Energie
Neue Gas-Pipeline durch den Pfälzerwald
Eine neue Gas-Pipeline soll von einer Verdichterstation in Mittelbrunn südlich von Landstuhl weiter in südöstlicher Richtung verlaufen an Höheinöd vorbei über Merzalben und Schwanheim nach Klingenmünster. Vorarbeiten haben bereits am 07. November 2022 begonnen. Sie dauern noch bis Ende Januar, Anfang Februar, wie die Open Grid Europe GmbH (OGE), Essen, mitteilt. Das Unternehmen ist Planer der Pipeline und zuständig für Betrieb und Sicherheit. Zurzeit wird den Angaben zufolge ein fünf bis sechs Meter breiter Arbeitsstreifen über den 51 Kilometer langen Streckenverlauf eingerichtet. Dabei wird Bewuchs entfernt, damit Baufahrzeuge anfahren und Rohre an- und abtransportiert werden können.
Die neue Röhre durch die Pfalz ist laut OGE Teil einer der wichtigsten Verbindungen für die Versorgung mit Erdgas in Europa: die Trans-Europa-Naturgas-Pipeline, kurz: TENP. Sie verläuft auf rund 500 Kilometer Länge von der deutsch-niederländischen bis an die Schweizer Grenze und besteht aus zwei Rohrsträngen, der TENP I aus den 1970er Jahren und parallel dazu TENP II, verlegt in den 1990er und 2000er Jahren.
Technisch notwendige Neuerrichtung
Neu gebaut wird nun die TENP III, die auf den 51 Kilometern Länge TENP I ersetzt. TENP I ist derzeit bereits außer Betrieb. Es handelt sich laut OGE um eine technisch notwendige Neuerrichtung. Der Austausch der Leitung erfolgt demnach zu fast 95 Prozent in gleicher Trasse. Es wird also zuerst die TENP-I-Leitung zurückgebaut, also aus dem Boden genommen. Die neue TENP-III-Leitung wird anschließend nahezu vollständig in der bestehenden Trasse verlegt. Die Pipeline mit einem Rohrdurchmesser von etwa einem Meter liegt in mindestens einem Meter Tiefe.
Eingriffe in die Natur und Landschaft würden dabei so gering wie möglich gehalten, teilt die OGE mit. Für den Arbeitsstreifen würden vorrangig Flächen genutzt, auf denen die
Bauarbeiten für die Verlegung der TENP II stattgefunden hätten. In Waldbereichen würden die vorhandenen Schneisen genutzt.
Nach dem Bau der Leitung werden die Flächen wieder rekultiviert, landwirtschaftliche Nutzflächen können dann wie zuvor bewirtschaftet werden. Gelbe Schilderpfähle markieren den Trassenverlauf an der Oberfläche. Lediglich im Wald muss ein Bereich von sechs Metern Breite frei von Bäumen und Sträuchern bleiben.
150 Millionen Euro investiert
Der Bau der neuen Pipeline im Süden der Pfalz wird rund 150 Millionen Euro kosten. Sie soll Mitte 2024 in Betrieb gehen. TENP dient der Gasversorgung in Baden-Württemberg, der Schweiz und Italien.
Eigentümerin der Pipeline ist die Trans Europa Naturgas Pipeline GmbH & Co. Dieses Unternehmen wiederum gehört zu 51 Prozent der OGE und zu 49 Prozent der Fluxys TENP GmbH. Die OGE ist Betreiberin der Pipeline, zählt 1450 Mitarbeiter und ist nach eigenen Angaben einer der führenden Fernleitungsnetzbetreiber Europas. Die OGE hat auch die 30 Kilometer lange Anschluss-Leitung zum neuen Flüssiggas(LNG)-Terminal in Wilhelmshaven gebaut, das Ende vergangenen Jahres den Betrieb aufgenommen hat und mit dazu beitragen soll, nach dem Ausfall russischer Lieferungen Deutschland mit Erdgas zu versorgen.
Fluxys TENP gehört zur belgischen Fluxys-Gruppe, einem unabhängigen Energieinfrastrukturunternehmen, das neben Gastransportsystemen auch einen Speicher und LNG-Terminals in Zeebrugge und Dunkerque betreibt.
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