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KSB: Warum der Pfälzer Konzern trotz politischer Unsicherheiten weltweit wächst
In wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten hat der in Frankenthal beheimatete und weltweit tätige Pumpen- und Armaturenhersteller KSB seine positive Entwicklung fortgesetzt.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2024 hat KSB Auftragseingang, Umsatz sowie den Gewinn vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (Ebit) gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. „Vor dem Hintergrund der schwierigen Lage der Weltwirtschaft freuen wir uns, dass wir das Unternehmen auf dem zugesagten Wachstumskurs halten und die strategische Weiterentwicklung konsequent fortsetzen können“, sagt Stephan Timmermann, Sprecher der Geschäftsleitung des SDax-Konzerns.
Starkes Servicegeschäft
Die Zurückhaltung bei großen Investitionen und Bauvorhaben hat sich im Standardgeschäft des Frankenthaler Maschinenbauers bemerkbar gemacht.
Kompensiert wurde die dort weniger starke Entwicklung vom weiter deutlich wachsenden Ersatzteil- und Servicegeschäft von KSB. Besonders aus der Energiewirtschaft und dem Bergbau, etwa mit Blick auf Pumpen, die beispielsweise für die Förderung von Kupfer, Nickel und Lithium nötig sind, verzeichnete die KSB-Servicesparte eine hohe Nachfrage auch nach Ersatzteilen.
Die politische Lage um Trump und Co. fest im Blick
Seine breite internationale Ausrichtung hilft dem Unternehmen, Nachfragedellen auf einzelnen Märkten auszugleichen. „Um der konjunkturell schwachen Lage in Europa und der Abkühlung des chinesischen Marktes entgegenzuwirken, bauen wir unsere internationale Präsenz weiter aus“, sagt Timmermann. „Hierzu gehört insbesondere die Wachstumsstrategie in den USA.“ Das gilt für den KSB-Chef auch unter dem designierten US-Präsidenten Donald Trump. „Die USA sind für KSB ein bedeutender Wachstumsmarkt. Wir investieren derzeit rund 25 Millionen Euro in die Erweiterung unseres Lagers in Richmond und in die Modernisierung unserer Gebäude“, betont Timmermann. „Das amerikanische Volk hat sein neues Staatsoberhaupt demokratisch gewählt. Wir verfolgen unsere Wachstumsstrategie in den USA weiter und stellen uns auf eine gute Zusammenarbeit ein.“
KSB setzt auch stark auf USA
KSB betreibt in Augusta/Georgia eine hochmoderne Fabrik für Bergbaupumpen für den amerikanischen und den weltweiten Markt. Neben dem Vertrieb von Pumpen und Armaturen verfügt KSB in den USA über ein engmaschiges Servicenetzwerk.
Die internationalen Folgen von Trumps Wahlsieg gelte es indes zu beobachten. „Vor dem Hintergrund der US-Wahl und den möglichen geopolitischen Verwerfungen, aber auch der politischen Entwicklungen in Europa müssen wir uns in 2025 wiederholt auf viel Unsicherheit vorbereiten“, sagt KSB-Chef Timmermann.
Am positiven Ausblick, was das gesamte Geschäftsjahr 2024 angeht, hält KSB fest. Für Deutschland erhofft sich Timmermann „so schnell wie möglich eine stabile Regierung“. Er ergänzt: „Wir wünschen uns eine verlässliche Wirtschaftspolitik, welche die Rahmenbedingungen schafft, dass Unternehmen gerne in den Standort Deutschland investieren.“
Gewinn gesteigert
Derweil hat der KSB-Konzern von Januar bis September 2024 den Auftragseingang um 2,4 Prozent auf 2,384 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 2,329 Milliarden Euro) ausgebaut. Der Umsatz legte in den ersten neun Monaten um 2,7 Prozent auf 2,171 Milliarden Euro zu (Vorjahreszeitraum: 2,114 Milliarden Euro). Den operativen Gewinn (Ebit) hat KSB um 4,4 Prozent auf 188,8 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 180,9 Millionen Euro) gesteigert. Trotz gewinnmindernder Aufwendungen von 7,5 Millionen Euro für die Einführung eines neuen Softwaresystems.
An seinem Stammsitz in Frankenthal hat KSB rund 1900 Beschäftigte. Unter den weltweit etwa 16.000 Mitarbeitern hat der Konzern im September und Oktober online erneut eine Befragung zur Zufriedenheit der Angestellten gemacht. Über 15.000 Mitarbeiter, 91 Prozent, haben den Angaben zufolge teilgenommen. Über diese Marke freut sich die KSB-Spitze, ebenso über den gegenüber 2022 erneut gesteigerten Zufriedenheitsindex von 77 Prozent. Dieser Wert liege „deutlich über dem Durchschnitt des deutschen Maschinenbaus und sogar über dem Schnitt weltweiter Unternehmen, das macht uns sehr stolz“, sagt Timmermann. „Zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Grundlage für unseren Erfolg. Die Erhöhung der weltweiten Mitarbeiterzufriedenheit ist für KSB ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie.“ In Deutschland beschäftigt KSB rund 4800 Mitarbeiter.
Der Umsatz des Frankenthaler Konzerns belief sich im kompletten Geschäftsjahr 2023 auf 2,82 Milliarden Euro bei 224 Millionen Euro Betriebsgewinn (Ebit).
Baubeginn in Frankenthal naht
Im Frühjahr 2024 bekam der Standort Frankenthal den Zuschlag für die rund 60 Millionen Euro schwere Modernisierung und Erweiterung der Fertigung der von KSB erfundenen und für den Konzern wichtigen Eta-Norm-Pumpen. Nach aktuellem Stand ist der Baustart für Ende 2025, Anfang 2026 geplant.