Wirtschaft
Kommentar: Zug um Zug zum Deutschland-Takt
Der Bahn-Fernverkehr setzt seit 2015 auf eine Angebotsoffensive. Die Pläne für einen Deutschland-Takt sorgen dabei für Rückenwind.
Die aktuelle Klimaschutzdiskussion hat den Schienenverkehr deutlich aufgewertet. Die Bundesregierung hat ambitionierte Ziele formuliert, tut bisher aber viel zu wenig, um ihnen näher zu kommen. Ein anerkennenswerter Fortschritt ist immerhin die zum Jahresanfang erfolgte Senkung der Mehrwertsteuer auf Fernzugtickets.
Lobenswert sind im Prinzip auch die nach und nach konkreter werdenden Pläne für einen Deutschland-Takt nach Schweizer Vorbild. Dafür sind allerdings erhebliche Investitionen in die Infrastruktur erforderlich. Eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre wird sein, wie man sich diesem Leitbild nach und nach in pragmatischen Schritten annähert. Chancen hierfür eröffnet die Angebotsoffensive, die die Deutsche Bahn (DB) 2015 vorgelegt hat. Sie sieht dichtere Takte auf besonders stark frequentierten Linien und ein Comeback für Teile des früheren Interregio-Netzes vor. Vor allem Letzteres wirkte 2015, als die DB von den Streiks der Lokführergewerkschaft (GDL) gebeutelt und von den durch die GDL-Streiks gepushten Fernbussen bedrängt wurde, sehr mutig, wenn nicht gar utopisch.
IC-Linie Dresden–Rostock ermutigendes Zeichen
Aber auch dieser Teil des Programms wird nun nach und nach umgesetzt – trotz Rückschlägen durch Probleme mit den neuen IC-2-Garnituren von Bombardier. Die Einführung der Intercity-Linie von Dresden nach Rostock ist ein ermutigendes Zeichen dafür, dass die DB ihre Pläne für neue Angebote auch abseits der großen Rennstrecken wirklich ernst meint. Wie viel davon tatsächlich Wirklichkeit werden kann, wird aber nicht zuletzt davon abhängen, ob es in absehbarer Zeit zu einer Senkung der Trassenpreise (Schienen-Maut) kommt.