Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: Paris-ICE ist wertvoll für die Westpfalz

BASF-Arbeitsdirektor Michael Heinz wünscht sich mehr S-Bahn-Züge, um die Straßen zu entlasten.
BASF-Arbeitsdirektor Michael Heinz wünscht sich mehr S-Bahn-Züge, um die Straßen zu entlasten. Foto: KUNZ

Es ist gut, dass sich BASF-Arbeitsdirektor Michael Heinz Gedanken darüber macht, wie man die Straßen durch eine Verbesserung des S-Bahn-Verkehrs entlasten kann. Der Vorschlag, der S-Bahn zuliebe einen Teil des ICE-Verkehrs nach Paris über Karlsruhe statt über Kaiserslautern und Saarbrücken zu führen, zeugt allerdings nicht von hoher Sachkenntnis.

Heinz unterschätzt offenbar die Bedeutung, die der ICE-Verkehr nach Paris für Kaiserslautern und Saarbrücken hat. Als das Saarland 2016 einen von fünf ICE-Paaren nach Paris verlor, galt das vor allem in Saarbrücken schon als schmerzlicher Verlust. Manager der Deutschen Bahn (DB) haben seitdem immer wieder versichert, dass es bei den gegenwärtigen vier Zugpaaren auch künftig bleiben wird.

Zusätzliche S-Bahnen würden am ehesten im Berufsverkehr gebraucht. In keiner Zeitlage gibt es dabei in der Pfalz einen Konflikt mit einem ICE von oder nach Paris. Morgens ist eine S-Bahn an der Kapazitätsgrenze, die bereits als Dreifach-Einheit gefahren wird und deshalb nicht weiter verstärkt werden kann. Hier könnte am ehesten der Bedarf nach einem zusätzlichen Zug bestehen. In ähnlicher Zeitlage fährt ein Fernzug, nämlich der Euro-City (EC) 217 von Saarbrücken nach Graz. Dieser EC ist nicht nur als Direktverbindung nach München interessant, sondern auch sehr wichtig für Pendler aus der Westpfalz nach Ludwigshafen und Mannheim und deshalb unverzichtbar. Eine Reduzierung des Fernzug-Angebots auf der Strecke Saarbrücken–Mannheim ist keinesfalls ein probates Mittel zur Entschärfung der Verkehrsprobleme in Ludwigshafen.

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