Wirtschaft Kommentar: Es fehlt an Zuverlässigkeit

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Trotz Problemen bei der Pünktlichkeit steigen die Fahrgastzahlen der Bahn. Andere Verkehrsmittel sind oft auch nicht zuverlässiger.

Im Pfälzer Bahnverkehr gab es in den vergangenen Monaten zusätzlich zu den eingeplanten Behinderungen und Angebotseinschränkungen durch Bauarbeiten eine Häufung von Oberleitungs- und Signalstörungen, die immer wieder zu Verspätungen und Zugausfällen führten. Von den Ankündigungen, dass das Programm „Zukunft Bahn“ mehr Kundenzufriedenheit durch höhere Qualität bringen wird, war in letzter Zeit in der Pfalz nichts zu merken. Auch gestern bei der Halbjahrespressekonferenz der Deutschen Bahn (DB) war das Thema Pünktlichkeit der große Schwachpunkt. Bezeichnend war dabei, dass DB-Chef Richard Lutz den – vorsichtig ausgedrückt – nicht gerade ruhmreichen Wert von 77,4 Prozent pünktlichen Fernzügen im ersten Halbjahr 2018 nur mit den Jahreswerten von 2016 (78,9 Prozent) und 2017 (78,5 Prozent) verglich. Den besonders blamablen Vergleich mit den noch relativ guten 81 Prozent des ersten Halbjahres 2017 ließ Lutz dezent unter den Tisch fallen. In deutlichem Kontrast zu den schlechten Pünktlichkeitswerten steht die positive Fahrgastentwicklung beim DB-Fernverkehr. Sie erklärt sich wohl nicht zuletzt dadurch, dass das Bild bei anderen Verkehrsmitteln auch nicht gerade rosig aussieht. Insbesondere im Flugverkehr sind oft noch deutlich heftigere Verspätungen als bei der Bahn inzwischen alles andere als selten. Der mit einer peinlichen Pannenserie gestartete ICE-Verkehr zwischen München und Berlin über die neue Schnellstrecke durch den Thüringer Wald ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte. Ähnliche Erfahrungen gibt es in Frankreich. Dort ist nach Eröffnung der neuen TGV-Strecke nach Bordeaux die Anzahl der Bahnfahrgäste zwischen dem Großraum Paris und Bordeaux um rund 70 Prozent gestiegen. Beide Fälle zeigen, welch großes Potenzial ein attraktiver Schienenverkehr hat.

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