Konjunkturumfrage RHEINPFALZ Plus Artikel IHK Pfalz: Gastgewerbe in desolater Lage

Seit Wochen sind Restaurants – wie hier in Speyer – und Hotels wegen des Corona-Lockdowns geschlossen.
Seit Wochen sind Restaurants – wie hier in Speyer – und Hotels wegen des Corona-Lockdowns geschlossen.

Die Corona-Krise ist für viele Betriebe in der Pfalz eine „endlose Durststrecke“. Besonders das Gastgewerbe leidet. 87 Prozent dieser Betriebe bezeichnen ihre Lage aktuell als schlecht, fast dreimal so viele wie im Herbst. Auch eine andere Branche darbt.

In der Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz unter den Mitgliedsunternehmen des Gastgewerbes hatten noch 30 Prozent von einer schlechten Geschäftslage gesprochen. Jeweils 35 Prozent stuften sie als gut oder zufriedenstellend ein. Das trifft inzwischen auf nur noch 3 (gut) beziehungsweise 10 Prozent (zufriedenstellend) der Hotel- und Gastronomiebetriebe zu. Leicht verbessert haben sich hingegen ihre Erwartungen in die Zukunft – kein Wunder, schlechter kann es für viele kaum mehr werden. Demnach hofft knapp jeder fünfte Betrieb (19 Prozent) auf bessere Geschäfte, im Herbst waren es 11 Prozent. 41 (Herbst: 47) Prozent gehen von einer künftig unveränderten Geschäftslage aus, 40 (42) Prozent befürchten noch schlechtere Geschäfte. Im Keller ist dementsprechend das Konjunkturklima der Branche aus Lage und Erwartungen, das nur noch 35 Zähler aufweist. Der Maximalwert von 200 bedeutet gut, die 0 schlecht.

Kaum veränderte Investitionspläne

Wenig überraschend, gibt es kaum Veränderungen bei den Investitionsplänen im Gastgewerbe, denen zufolge gut jeder fünfte Betrieb mehr investieren will, gut 60 Prozent weniger. Der Krise geschuldet sind die Pläne hinsichtlich der Beschäftigung: Inzwischen wollen 39 Prozent der Betriebe Personal abbauen, fast doppelt so viele wie noch im Herbst (20). Damit ist das Gastgewerbe bei der Beschäftigung die Ausnahme – Industrie, Handel und Dienstleister in der Pfalz wollen ihre Belegschaften überwiegend stabil halten.

Die Anzahl derjenigen Betriebe, die Personal verringern wollen, hat sich bei Industrie und Handel mit aktuell 23 und 14 Prozent geringfügig verringert, bei den Dienstleistern ist sie mit jetzt 18 Prozent leicht gestiegen. Während sich die Lage bei Industrie und Dienstleistern etwas besser beurteilt wird – 33 und 27 Prozent nennen sie gut (Herbst: 29 und 21 Prozent), jeweils 24 (je 31) Prozent schlecht –, hat sie sich im Handel verschlechtert: Nur noch knapp jede fünfte Firma (19 Prozent) befindet sich in einer guten Lage, im Herbst waren es mehr als ein Viertel (27 Prozent). Auch die Erwartungen sind deutlich verhaltener: 46 Prozent und damit fast jeder zweite Betrieb rechnet mit schlechteren Geschäften, nach 33 Prozent im Herbst.

Industrie mit leicht verbesserter Lageeinschätzung

Leicht verbessert haben sich Lage und Aussichten für die Industrie. Ein Drittel der Betriebe nennt seine Lage gut (Herbst: 29 Prozent), 26 Prozent gehen von einer künftig besseren Lage aus (Herbst: 23 Prozent). Die aktuelle Situation bezeichnen knapp ein Viertel (24 Prozent) als schlecht, 7 Prozentpunkte weniger als im Herbst. Eingetrübt hat sich die Einschätzung der Aussichten. 27 Prozent der Industriebetriebe gehen von schlechteren Geschäftserwartungen aus (Herbst: 20 Prozent). 15 nach zuvor 10 Prozent der Firmen wollen Mitarbeiter einstellen. Die IHK Pfalz befragt regelmäßig 1400 Firmen, die rund 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten repräsentieren.

wirtihk2021
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