Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Hilfe für Senioren bringt Sieg

Das Siegerteam aus Schwetzingen: Lena Goschmann, Teresa Schulz, Anton Zipperle, Atakan Tink und Nicolas Stefanski.
Das Siegerteam aus Schwetzingen: Lena Goschmann, Teresa Schulz, Anton Zipperle, Atakan Tink und Nicolas Stefanski.

Junge Menschen, die ihre eigenen Geschäftsideen entwickeln: Beim „Regio Cup Pfalz“ des Wettbewerbs „Jugend gründet“ mussten sie Unternehmer überzeugen.

Eine App, über die Senioren kleine Aufgaben einstellen können, die Schüler und Studenten übernehmen und sich so etwas Geld dazuverdienen können – mit dieser Geschäftsidee haben fünf Schüler Hebel-Gymnasiums in Schwetzingen am Donnerstag den „Regio Cup Pfalz“ des Wettbewerbs „Jugend gründet“ gewonnen. Ihr Projekt nennen sie „Cura Connect“. Viele ältere Menschen benötigten Unterstützung im Alltag, während gleichzeitig viele junge Menschen flexible Nebenjobs suchen. Genau hier soll ihre Idee ansetzen, die auch Angehörige von Senioren entlasten könnte.

Den „Pfalz Cup“ richtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) jährlich in Ludwigshafen aus. Schüler sowie Jugendliche können dort ihre Geschäftsideen einer neunköpfigen Jury aus Unternehmern präsentieren. Jedes Team hat drei Minuten Zeit, seine Idee vorzustellen. Im Anschluss stellt die Jury Fragen, um Stärken herauszuarbeiten und Unklarheiten zu klären. „Die Jugendlichen haben immer gute Ideen. Der Wettbewerb soll ihnen helfen herauszufinden, ob diese auch marktfähig sind“, sagt Marius Melzer von der IHK. Zudem soll er sie an das Thema Unternehmensgründung heranführen.

Ideen aus der eigenen Lebenswelt

Den zweiten Platz teilen sich in diesem Jahr zwei Teams. Die Gruppe „inku“ von der Andreas-Albert-Schule in Frankenthal entwickelte die Idee für einen besonderen Stift, der handschriftliche Notizen direkt in einer Cloud speichert. So könnten Schüler und Studenten ihre Bildschirmzeit reduzieren und Inhalte durch analoges Schreiben schneller verinnerlichen. Gleichzeitig würde die Menge an Papier und Notizzetteln sinken. Auch das Team „Class Cap“ vom Hohenstaufen-Gymnasium in Kaiserslautern greift ein Problem aus dem Schulalltag auf: Vielen falle es schwer, dem Unterricht zu folgen und gleichzeitig mitzuschreiben. Ihre Lösung ist eine Transkriptions-App, die Gesprochenes im Klassenzimmer aufzeichnet und automatisch verschriftlicht. Die Schüler würden besser im Unterricht aufpassen und könnten sich die Aufzeichnung im Nachgang anschauen.

„An den Ideen sieht man, wie Jugendliche Probleme in ihrem eigenen Alltag erkennen und Lösungen entwickeln, anstatt darauf zu warten, dass andere sie lösen“, sagt Franziska Metzbaur von „Jugend gründet“. Den dritten Platz belegte das Team „ToneTown“, ebenfalls vom Hebel-Gymnasium in Schwetzingen. Die Schüler entwickelten die Idee einer App mit einer deutschlandweiten Karte, auf der Nutzer sehen können, welche Events in ihrer Nähe stattfinden. So ließen sich auch weniger bekannte Bands und Veranstalter besser unterstützen. Weitere Ideen anderer Teams waren ein System, das Mülltonnen reinigt, ein Automat, der Pasta-Gerichte für Schüler in der Mittagspause bereithält, sowie eine App zur Studien- und Berufsberatung.

Noch kein Prototyp erforderlich

Beim „Regio-Cup“ präsentieren die Teilnehmenden zunächst jedoch nur ihre Ideen – eine fertige App oder ein Prototyp ist noch nicht erforderlich. „Oft kommen Gründer aus einem Elternhaus, in dem ihnen das bereits vorgelebt wurde“, sagt Metzbaur. Der Wettbewerb soll jedoch auch Jugendliche ansprechen, die bisher keine Berührungspunkte mit dem Thema hatten. Die Ideen sollen möglichst unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Schüler und der Unterstützung der Eltern entstehen.

Der bundesweite Wettbewerb besteht aus zwei Phasen: In der Wissensplanphase entwickeln die Teams ihre Geschäftsideen und erstellen einen Businessplan. Bis Anfang Januar konnten sie ihre Konzepte einreichen. Aus mehr als 20 Bewerbungen aus der Region wählte eine Jury sieben Teams für den „Pfalz Cup“ in Ludwigshafen aus. Bundesweit bewarben sich fast 1500 Teams. In der anschließenden Planspielphase führen die Schüler ihr Unternehmen mithilfe eines Simulationsprogramms weiter. In beiden Phasen sammeln sie Punkte. Die besten Teams qualifizieren sich für das Bundesfinale im Juni in Stuttgart.

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