Wirtschaft „Höhere Gewalt “ stoppt US-Anlage der BASF

«Ludwigshafen/Geismar.» Das kalte Winterwetter und Probleme bei einem Lieferanten unterbrechen die Produktion des Kunststoff-Vorprodukts TDI der BASF in den USA.
Der Chemiekonzern erklärte deshalb gegenüber seinen Kunden höhere Gewalt („Force Majeure“), wie ein BASF-Sprecher gestern sagte. Die BASF habe ihre TDI-Anlage am Verbundstandort in Geismar im US-Bundesstaat Louisiana mit einer Jahreskapazität von 160.000 Tonnen wegen der Probleme herunterfahren müssen. Neben dem kalten Winter macht der BASF eine Betriebsstörung bei einem externen Lieferanten zu schaffen, weshalb die Kohlenstoffmonoxid-Versorgung der Anlage unterbrochen ist. Durch die Berufung auf „Force Majeure“ wird der Konzern ohne Haftung von seinen vertraglichen Pflichten vorübergehend befreit. Die BASF konnte vorerst keine Angaben dazu machen, wie lange die Anlage außer Betrieb sein wird. TDI ist ein weit verbreitetes Kunststoff-Vorprodukt, das in vielen Branchen eingesetzt wird. Polyurethan-Weichschäume auf TDI-Basis kommen unter anderem in Matratzen, Polstern und Schuhsohlen vor. Die BASF ist der weltgrößte TDI-Hersteller. Wie mehrfach berichtet, kämpft der Konzern schon seit längerer Zeit mit Problemen bei seiner neuen TDI-Großanlage in Ludwigshafen, die bis in dieses Jahr hinein nicht auf Volllast fahren kann. Nachdem die Anlage Ende September wegen einer Panne abgeschaltet werden musste, läuft sie seit Oktober wieder. Alles in allem hat die BASF eine weltweite TDI-Jahresproduktionskapazität von 780.000 Tonnen, die Anlage in Ludwigshafen hat eine Kapazität von 300.000 Tonnen und ist damit die größte des Konzerns.