BASF RHEINPFALZ Plus Artikel Global Business Services: Stellenabbau hat noch nicht begonnen

Die Serviceeinheit soll verkleinert und die restlichen Mitarbeitern sollen nahezu komplett aus Ludwigshafen abgezogen werden.
Die Serviceeinheit soll verkleinert und die restlichen Mitarbeitern sollen nahezu komplett aus Ludwigshafen abgezogen werden.

600 von 1400 Stellen der Abteilung Global Business Services der BASF in Ludwigshafen sollen gestrichen werden, kündigte die BASF im September an. Mit der Maßnahme wurde bisher nicht begonnen. Sie ist Teil des Abbaus von knapp einem Viertel der 8400 Stellen der Einheit weltweit.

Das teilte der BASF-Konzernbetriebsratsvorsitzende, Sinischa Horvat, gestern auf Anfrage mit. Der Beschluss, der bereits 2018 mit der Verkündung des Strategiewechsels unter der Führung des Vorstandsvorsitzenden Martin Brudermüller gefasst wurde, befinde sich „im Prozess“, so Horvat, es habe „noch nichts stattgefunden“. Wie berichtet, soll der Abbau ohne Kündigungen erfolgen und bis Ende 2022 beendet sein. Horvats Einschätzung nach hat die stärker an den Kunden orientierte Strategie den Verbundstandort in Ludwigshafen gestärkt. Dass aber die Konsolidierung zulasten der Serviceeinheiten erfolge, „gefällt mir nicht“. Das Festhalten am Abbau sei unabhängig von der zuletzt unerwartet guten Entwicklung der Geschäftszahlen.

Der Betriebsrat rechnet durch den Abbau, der mit Verlagerungen nach Berlin einhergeht, mit einem Know-how- und Qualitätsverlust, betonte Horvat, der auch Vorsitzender des Betriebsrats der BASF SE und damit des Stammwerks in Ludwigshafen ist. Das sei das Ergebnis der Rückmeldungen, die die betroffenen Mitarbeiter in den Abteilungen dem Betriebsrat gegeben hätten. Dazu habe dieser erstmalig Betriebsversammlungen organisiert in Form von Videokonferenzen, die eine sehr hohe Teilnahmefrequenz aufgewiesen hätten. Horvat: „Von 1250 Eingeladenen nahmen 1000 teil.“ Diesen Mitarbeitern sei nur schwer vorstellbar, wie sie den Wissenstransfer bewerkstelligen sollen. Konkret gehe es zum Beispiel um interne und externe Netzwerke in Logistik und Einkauf, „die zum Teil über 30, 40 Jahre gewachsen sind“.

„Es geht um Spezialisten“

Horvat unterstrich, dass es nicht um einfache Jobs gehe, die in Ludwigshafen abgebaut würden, sondern um „Spezialisten“. Diese hätten selbst „ein Rieseninteresse, dass der Laden weiterläuft“. Dass der Abbau nicht zu Arbeitsverdichtung führen dürfe, „diese rote Linie ziehen wir weiter“. Das sei mittlerweile auch beim Management verankert.

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