Wirtschaft Günstigere E-Autos: VW startet Produktion in Spanien
Martorell (dpa) - Bei der spanischen Volkswagen-Tochter Seat ist im Werk Martorell bei Barcelona offiziell die Produktion der ersten beiden günstigeren Elektro-Kleinwagen ID. Polo und Raval angelaufen. Der vollelektrische Polo soll in der Basisversion knapp unter 25.000 Euro kosten, der Raval von Cupra 1.000 Euro mehr. Konzernchef Oliver Blume sprach bei dem feierlichen Produktionsbeginn im Beisein des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez von einem «industriellen Aufbruch für Spanien und Europa».
Günstigere E-Autos hätten ein enormes Potenzial, betonte Blume. «Der Markt für vollelektrische Kleinwagen in Europa wird nach 2030 rund viermal so groß sein wie heute», prognostizierte der Konzernchef. Zugleich warnte er, der Wettbewerb im Einstiegssegment werde härter. «Die EU muss im Klimaschutz führend bleiben – und dies als Erfolgsfaktor für ihr Wirtschaftsmodell nutzen», forderte Blume. Die Politik müsse dafür die Voraussetzungen schaffen mit attraktiven Anreizen und wettbewerbsfähigen Arbeitskosten.
Ab 2027 dann der ID. Every1 für rund 20.000 Euro
Der ID. Polo und der Cupra Raval sollen erst der Anfang sein. Zwei weitere E-Modelle von VW und Skoda sollen im nordspanischen Pamplona folgen. VW-Markenchef Schäfer ergänzte mit Blick auf den ID. Polo: «Moderne Elektromobilität darf kein Luxus sein. Sie muss funktionieren, bezahlbar sein und im Alltag überzeugen – genau dafür steht dieses Auto.» Im kommenden Jahr soll dann für rund 20.000 Euro der noch günstigere ID. Every1 hinzukommen, der in Portugal produziert werden wird.
Selbst die 25.000 Euro Einstiegspreis, die VW beim ID. Polo verspricht, sind nicht sofort zu haben: Zum Start gibt es sowohl den Cupra als auch den VW nur besser ausgestattet und mit großer Batterie für deutlich über 30.000 Euro. Erst ab Juli sollen bei beiden dann die günstigen Einstiegsversionen mit kleinem Akku und weniger PS bestellbar sein. Ausgeliefert wird der ID. Polo dann in beiden Varianten ab September.
Spanien lockt mit Subventionen
Dass die Autos in Spanien gebaut werden, liegt vor allem an den Kosten. «In Deutschland lässt sich so ein Modell nicht mehr bauen», sagt Branchenexperte Bratzel. Das würde sich schlicht nicht rechnen. Spanien lockt dagegen mit günstigem Solarstrom für die Batteriefertigung und niedrigen Lohnkosten in der Montage. Zusätzlich legt der Staat dort noch fast 400 Millionen Euro an Fördermitteln obendrauf. Auch der Verbrenner-Polo war über die Jahrzehnte überwiegend in Spanien hergestellt worden.