Wirtschaft Fuchs Petrolub investiert in der Westpfalz
Mannheim/Kaiserslautern. Der Mannheimer Schmierstoffkonzern Fuchs Petrolub hat im vergangenen Jahr Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn erreicht. Ein Schwerpunkt des weltweiten Investitionsprogramms ist in diesem Jahr der Ausbau des Standorts Kaiserslautern, wo sich der Sitz der besonders profitablen Tochter Fuchs Lubritech befindet.
Vorstandsvorsitzender Stefan Fuchs und Finanzchefin Dagmar Steinert kündigten gestern bei der Bilanzvorlage in Mannheim an, dass über die bisher üblichen rund 50 Millionen Euro pro Jahr hinaus 2017 weitere 50 Millionen Euro investiert werden sollen – so wie dies in etwa erstmals im vergangenen Jahr geschah, als die Investitionen den Rekordwert von 93 (Vorjahr: 50) Millionen Euro erreichten. Die laut Fuchs weltweit „wahrscheinlich größte Sonderinvestition“ des laufenden Jahres erfolge am Standort Kaiserslautern. Dort sollen in diesem Jahr rund 22 Millionen Euro unter anderem in die Erweiterung des Hochregallagers gesteckt werden. Bereits im vergangenen Jahr wurden in Kaiserslautern rund 8 Millionen Euro investiert. Kaiserslautern ist der Sitz der Fuchs Lubritech GmbH. Sie steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr auf 116,8 (Vorjahr: 112,5) Millionen Euro. Gewinndaten des als Ertragsperle geltenden Unternehmens werden nicht veröffentlicht. Vorstandsvorsitzender Fuchs sagte der RHEINPFALZ aber gestern, dass Fuchs Lubritech nach wie vor zu den profitabelsten Teilen des Fuchs-Petrolub-Konzerns gehöre. Die Anzahl der Mitarbeiter am Standort Kaiserslautern stieg zum Bilanzstichtag 31. Dezember auf 279 (Vorjahr: 268). Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist auch in diesem Jahr der Standort Mannheim, in den, wie auch schon im Vorjahr, rund 16 Millionen Euro investiert werden sollen. Fuchs deutete an , dass hier inzwischen Büro- und Lagerflächen knapp sind. Am Standort Mannheim stieg die Anzahl der Mitarbeiter zum Jahresende auf 841 (Vorjahr: 801). Weltweit beschäftigte der Fuchs-Petrolub-Konzern zum Bilanzstichtag 4898 (Vorjahr: 4823) Mitarbeiter. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Fuchs Petrolub eine Umsatzsteigerung von 4 bis 6 Prozent und einen wegen höherer Kosten etwas unterproportionalen Anstieg des Gewinns vor Zinsen und Steuern um 1 bis 5 Prozent. Obwohl Fuchs Petrolub rund 30 Prozent des Umsatzes mit der Automobilindustrie macht und Fuchs erwartet, dass der Schmierstoffbedarf pro Auto zurückgehen wird, wenn an die Stelle von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor Elektroautos treten, sagte der Konzernchef: „Wir machen uns da keine so großen Sorgen.“ Zum einen werde die Umstellung nicht schlagartig erfolgen, sondern erst nach und nach – in manchen Marktsegmenten aber auch gar nicht. Betroffen von einer Umstellung seien zum anderen vor allem Standardschmierstoffe, die für Fuchs eine relativ geringe Rolle spielten. Und schließlich entstehe bei einer derartigen Umstellung Bedarf nach anderen, sehr viel spezielleren Schmierstoffen – zwar in geringerem Volumen, aber mit höherer Wertigkeit. Gerade für die Bedienung solcher neuen Nischen sei Fuchs Petrolub gut aufgestellt. Fuchs und Steinert erläuterten gestern Details der Geschäftszahlen des vergangenen Jahres, das, wie bereits im Februar gemeldet, wieder den bei Fuchs Petrolub inzwischen zum Regelfall gewordenen Gewinnrekord gebracht hat. Fuchs sagte, dank eines unerwartet starken Schlussquartals habe man die eigenen Erwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 2,267 (Vorjahr: 2,079) Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 371 (Vorjahr: 342) Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt wie im Vorjahr 72 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 5. Mai in Mannheim eine Erhöhung der Dividende um 7 Cent auf 88 Cent pro Stammaktie und 89 Cent pro Vorzugsaktie vor. Steinert verwies darauf, dass es sich um die 15. Dividendenerhöhung in Folge handelt. Aktienchart