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Die Windel-Revolution der BASF
Das „bahnbrechende Pilotprojekt“, so der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF, habe gezeigt, dass gebrauchte Windeln und andere absorbierende Hygieneprodukte ohne aufwändige Vorbehandlung in Rohstoffe für die Chemieproduktion umgewandelt werden könnten. Dabei entstehe ein Gasgemisch, das Kohlenmonoxid und Wasserstoff enthalte. Die Gase könnten wiederum als Ausgangsmaterial für die chemische Produktion verwendet werden.
Die „innovative Gasifizierungstechnologie“ stamme von BASF und der TU Wien. Bei der Gasifizierung, also der Umwandlung in Gas, würden Feststoffe, wie beispielsweise Abfälle, bei hohen Temperaturen über 600 °C und ohne Verbrennung in Gas umgewandelt. Die daraus gewonnenen Rohstoffe seien hochwertig und entsprächen den Standards von Primärrohstoffen in der Chemieproduktion. Die BASF erwähnt, dass dabei auch die Windelabfälle desinfiziert würden. Essity spricht von einem „neuartigen Mischabfall-Gasifikationsreaktor“, der „vielversprechende Ergebnisse“ gezeigt habe. Die wiesen den Weg zu einer besseren Kreislaufnutzung von Hygieneprodukten. Die Methode könnte die hartnäckigsten Abfallprobleme der durch Einwegprodukte dominierten Branche lösen, so der schwedische Hygieneproduktehersteller Essity, dem auch ein großes Werk in Mannheim gehört.
„Schwer zu recyceln“
Gebrauchte Babywindeln und andere absorbierende Hygieneprodukte wie Slipeinlagen oder Inkontinenzprodukte seien aufgrund ihrer Materialzusammensetzung schwer zu recyceln, teilte Essity mit. Solche Produkte enthielten etwa superabsorbierende Polymere, Vlies sowie biogene und pharmazeutische Rückstände.
In ihrer Mitteilung nennt die BASF das Verfahren einen „Durchbruch“. Es ziele nicht nur auf einen bedeutenden Abfallstrom, sondern eröffne auch Möglichkeiten für eine Kreislaufwirtschaft in der Chemie- und Hygieneindustrie. Das Verfahren sei auf große Produktionsmengen übertragbar und habe das Potenzial, die kommunale Abfallwirtschaft zu verändern, Hygieneprodukteherstellern zu helfen und „ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele“ zu erreichen. Und es biete eine Lösung für Windelabfälle.
„Wir haben das Potenzial des Recyclings von gebrauchten absorbierenden Hygieneprodukten aufgezeigt“, sagt BASF-Manager Oliver Cullmann, Vice President Global Marketing & Strategy C3 Value Chain.