Wirtschaft Die DB verkauft bald wieder Thalys-Tickets

Die Thalys-Züge von Köln (Foto) nach Paris, sind die einzige Möglichkeit, per Bahn von Nordrhein-Westfalen in die französische H
Die Thalys-Züge von Köln (Foto) nach Paris, sind die einzige Möglichkeit, per Bahn von Nordrhein-Westfalen in die französische Hauptstadt zu reisen. Sie fahren hier fünfmal pro Tag.

«Ludwigshafen.» Bei der Deutschen Bahn (DB) sind bald wieder Tickets für die Thalys-Züge von Köln über Brüssel nach Paris erhältlich.

Nach RHEINPFALZ-Informationen ist derzeit geplant, dass es ab Oktober wieder möglich sein soll, in den DB-Reisezentren Tickets für die Thalys-Züge zu kaufen. Im Internet soll dies möglicherweise schon Ende September funktionieren. Derzeit bleiben allerdings nur noch technische Probleme zu lösen, die Grundastzentscheidungen sind gefallen. Damit ist das Ende einer Situation absehbar, die bei Bahnkunden für viel Kopfschütteln gesorgt hat. Thalys ist juristisch ein belgisches Unternehmen, das aber de facto von der französischen Staatsbahn SNCF dominiert wird. Bei den Thalys-Triebzügen handelt es sich um eine Variante des französischen TGV. Minderheitsgesellschafter von Thalys ist die belgische Staatsbahn SNCB. Zeitweise war auch die DB mit einem Anteil von 10 Prozent als Minderheitsgesellschafter an Thalys beteiligt. 2012 stieg die DB dann nach knapp fünf Jahren bei Thalys aus. Wesentlich gravierender als die Aufgabe dieser Minderheitsbeteiligung durch die DB war aus Kundensicht das, was danach folgte. Bis dahin waren die Thalys-Züge voll in den deutschen Bahnfahrplan integriert und konnte auf der Strecke zwischen Köln und Aachen mit Fahrkarten zum ICE-Tarif genutzt werden. Die Möglichkeit, die Züge mit DB-Fahrkarten zu nutzen, wurde in Etappen eingeschränkt, seit Ende 2015 gelten sie überhaupt nicht mehr. Im Juni 2013 stellte die DB den Vertrieb von Thalys-Fahrkarten komplett ein. Diese sind in Deutschland derzeit nur online bei der SNCF und in wenigen Reisebüros und Thalys-Verkaufsstellen unter anderem in Köln erhältlich. Wer also beispielsweise am Bonner Hauptbahnhof ein Zugticket nach Paris kaufen will, bekommt dort keins. In den Thalys-Zügen wurden 2017 rund 7,2 Millionen Fahrgäste befördert. 1998, im ersten Jahr nach der Aufnahme des Betriebs Ende 1997 waren es rund 4,7 Millionen. Der Löwenanteil der Fahrgäste entfällt auf die Strecke zwischen Paris und Brüssel, die nahezu halbstündlich bedient wird. Auf dem Abschnitt zwischen Köln und Brüssel fährt außer dem Thalys auch der ICE der DB, inzwischen mit sechs Zugpaaren pro Tag sogar häufiger als der Thalys mit fünf. Für Reisen von Nordrhein-Westfalen nach Paris gibt es dagegen keinen anderen Zug als den Thalys. Im Juni 2017 hatten die beiden Fernverkehrschefinnen von SNCF und DB, Rachel Picard und Birgit Bohle, in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ angekündigt, dass sie eine Wiederaufnahme des Vertriebs von Thalys-Tickets durch die DB anstreben. Der Rahmen dafür war damals die Feier von zehn Jahren Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Deutschland und Frankreich über die 2007 eröffnete Ost-Schnellbahn (LGV Est). Kommentar

x