Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Gelungener Neustart für Maudacher Traditionslokal

Setzt auf regionale Produkte: Gabriel Platz, hier in der Küche.
Setzt auf regionale Produkte: Gabriel Platz, hier in der Küche.

Gabriel Platz hat das „Kreiter Bäs’l“ in Maudach mit neuen Ideen wiederbelebt. Das Lokal wird von der Familie in fünfter Generation betrieben. Tradition wird großgeschrieben.

Das „Kreiter Bäs’l“ ist Herzenssache für Gabriel Platz. Der 34-Jährige hat das traditionsreiche Lokal in Maudach im Oktober 2024, gut 17 Jahre nach der Schließung, mit neuem Konzept wieder eröffnet. Das Restaurant in der Breiten Straße führten seine Eltern von 1988 bis 2007 nebenberuflich von Freitag bis Sonntag. Es stand für besondere Gaumenfreuden. Als Traudel Platz schwer erkrankte, schloss die Familie die Gaststätte schweren Herzens.

Die Erinnerung an seine Mutter, eine fantastische Köchin, die am 8. Januar 2019 gestorben ist, ist für Gabriel Platz Motivation und Antrieb, den Neustart zu wagen: „Ich weiß, dass es Mamas Wunsch war, dass ich die ,Wärtschaft’ übernehme.“ Das „Bäs’l“ war immer mehr als nur eine „Wärtschaft“ – es war immer ein Haus mit hoher Küchenqualität und Herzlichkeit. Für Gabriel Platz ist es Heimat, er wohnt mit seiner Familie im Elternhaus. Platz Junior, gelernter Metzger, zaubert mit Begeisterung in seiner Küche und ist weiter in seinem erlernten Beruf tätig. Gastronom ist er in seiner Freizeit. Das erfordert Fleiß und Disziplin, das kostet Kraft.

In den Fußstapfen der Eltern

„Wir treten in die Fußstapfen meiner Eltern und versuchen, dort weiterzumachen, wo sie aufhören mussten. Natürlich machen wir das ein oder andere ein bisschen anders, mit neuen Ideen und frischem Schwung, aber mit der gleichen Qualität und Leidenschaft, die das ,Kreiter Bäs’l’ seit 1906 auszeichnet“, erklärt Gabriel Platz.

Er hat sich einen Grundsatz seiner Eltern zu eigen gemacht hat: Das „Bäs’l“ soll gutes Essen in einer Umgebung mit familiärem Wohlfühlcharakter bieten. „Ob größere Events, gemütliche Feiern oder individuelles Catering – wir bringen unsere langjährige Erfahrung in jedes Gericht“, verspricht Platz und formuliert einen Wunsch: „Lasst uns gemeinsam Tradition und Genuss weiter erleben.“

Gabriel Platz mit Frau Steffi und Vater Hubert an der Theke.
Gabriel Platz mit Frau Steffi und Vater Hubert an der Theke.

Der leidenschaftliche FCK-Fan steht für Bodenhaftung, Herz und Mutterwitz. Geschichte ist ihm wichtig, sagt Platz: „Seit 1906 steht das ,Kreiter Bäs’l’ für Genuss, Gastfreundschaft und Tradition. Fünf Generationen haben hier gekocht, gefeiert und Menschen zusammengebracht – und wir führen diese Geschichte weiter.“ Gabriel und Steffi Platz bieten auch Events und Themenabende wie das „Ladies Dinner“ am 13. Juni (ab 18 Uhr) an. Die legendären Martinsgans-Essen sind nach dem Neubeginn selbst auferlegte Pflicht.

Pfälzer Kost und mehr

Ein Renner ist der „Feierowend im Bäs’l“ – jeden zweiten Donnerstag im Monat mit monatlich wechselnder Karte, ausgelegt, um nach der Arbeit auch in „Schaffglädder“ einzukehren. Die nächste Möglichkeit dazu besteht am 11. Juni (ab 18 Uhr). Plätze zu reservieren, empfiehlt sich. Das Angebot wechselt von deftiger Pfälzer Kost bis hin zu einem mediterranen Abend, der großen Zuspruch fand. „Ich traue mich an alles dran“, sagt Gabriel Platz, der sich über die Unterstützung seiner Frau freuen darf.

Die Arbeit für das Paar mit zwei Kindern ist herausfordernd. Sohn Oskar ist vier Jahre alt und weiß die Gäste bisweilen durchaus lustig zu unterhalten, seine Schwester Olivia wird zwei Jahre. Im Service hilft seit Kurzem auch ein Mini-Jobber mit. Eine feste Größe im Team ist Hubert Platz, Gabriels Vater. Er hatte mit seiner Frau Traudel das „Bäs’l“ zu einer Institution gemacht, er ist ein begnadeter Koch und im Service erfahren. Mit seinem Humor hat er schon Generationen von Gästen erheitert. Die Tischgespräche mit Platz senior machen den besonderen Geist des Lokals aus. „Es ist schön, zu sehen, dass frühere Stammgäste jetzt wieder da sind“, freut sich Hubert Platz, der Sohn und Schwiegertochter sehr gerne unterstützt.

Anfänge im 16. Jahrhundert

Tradition ist der Familie wichtig, die Geschichte des Hauses beeindruckend. 1520 ist es erstmals erwähnt – als Maudacher Poststation „Zur Rheinpfalz“. 1908 übernahm Elisabeth Kreiter das Wirtshaus – es war die Ur-Ur-Großmutter des heutigen Inhabers. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Franz Kreiter, Gabriels Ur-Opa, mit seiner Tochter Rita das Gasthaus. „Als ich die Traudel heiratete, habe ich den Opa quasi mitgeheiratet“, plaudert Hubert Platz aus der Familiengeschichte. Sie ist Antrieb für Gabriel Platz, für den Neustart in einem Gasthaus, das mit seinen rustikalen Tischen und Stühlen in den zwei Gasträumen noch heute so einladend aussieht wie vor 20 Jahren. Der Name „Kreiter Bäs’l“ ist geblieben – als Erinnerung an Elisabeth Kreiter.

Eingespieltes Team: Gabriel und Hubert Platz.
Eingespieltes Team: Gabriel und Hubert Platz.

„Mein Herz hängt an dem Gebäude“, betont Gabriel Platz, der lange mit sich kämpfte, ehe er den Schritt zur Neueröffnung wagte. „Der erste Schritt in die Selbstständigkeit ist der schwierigste, das kostet auch eine mentale Überwindung“, schildert der Chef vom „Bäs’l“, der an fünf Tagen in der Woche in einem Metzgereigroßhandel arbeitet. „Ich koche leidenschaftlich gern“, sagt Gabriel Platz. Was mag er am liebsten? „Ochsenbäckchen.“

Auch als Caterer aktiv

Mit Catering versorgt er bis zu 130 Menschen. Am liebsten kocht er dann nach den Wünschen und Vorstellungen der Kunden. „Ich würde sagen: Wir stehen für eine gut bürgerliche Küche. Bei uns ist alles frisch. Die Soßen sind so, wie sie sich gehören, beispielsweise machen wir jetzt in der Spargelsaison auch die Sauce Hollandaise selbst“, betont der Küchenchef. Er steht für eine klare Haltung: „Wir setzen auf regionale Produkte, sei es beim Fleisch oder beim Gemüse.“

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