Lohnrunde Bis Ende März keine Bahn-Streiks

In den kommenden Wochen soll es keine streikbedingten Probleme im Bahnverkehr geben.
In den kommenden Wochen soll es keine streikbedingten Probleme im Bahnverkehr geben.

Ohne Ergebnis ist am Dienstag die erste Verhandlungsrunde zwischen der Deutschen Bahn AG (DB) und der Eisenbahner- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu Ende gegangen.

Im Anschluss an die Gespräche für 180.000 DB-Beschäftigte macht sich beide Seiten gegenseitig Vorwürfe. Obwohl die DB die Forderungen genau gekannt habe, habe der Konzern kein Angebot vorgelegt, kritisierte EVG-Verhandlungsführer Kristian Loroch. Stattdessen habe es „Spaltungsversuche“ gegeben. So strebe die DB gesonderte Tarifbedingungen für die Beschäftigten von Busgesellschaften und DB Cargo an. DB-Personalvorstand Martin Seiler hielt der Gewerkschaft hingegen eine unnötige „Eskalation“ vor. „Es liegt ein massives Paket mit 57 Forderungen auf dem Tisch, da müssen wir zunächst den Rahmen abstecken, priorisieren und dann in die Details einsteigen.“ Die EVG fordert ein Lohnplus von 12 Prozent, mindestens aber 650 Euro mehr im Monat.

Warnstreiks sind nach Angaben der EVG trotz des ergebnislosen Verhandlungsauftakts erst einmal nicht zu befürchten. „Wir sind vom Thema Streik noch weit entfernt, wir wollen verhandeln“, betonte Loroch. Parallel zu den Gesprächen mit der DB führt die EVG Tarifverhandlungen mit 50 weiteren Bahnunternehmen über inhaltsgleiche Forderungen. Die sollen in der ersten Runde bis Ende März abgeschlossen sein. Danach will die EVG eine Zwischenbilanz ziehen und über das weitere Vorgehen entscheiden – dann wären laut Gewerkschaft auch Warnstreiks eine Option.

Abschied von „Tariffolklore“

Die Forderung nach einem Angebot schon in der ersten Verhandlungsrunde und einem raschen Einstieg in inhaltliche Verhandlungen begründete EVG-Vertreter Loroch damit, dass seine Gewerkschaft die übliche „Tariffolklore“ hinter sich lassen wolle. Diese gehöre nicht mehr zur Verhandlungsstrategie.

Die zweite Verhandlungsrunde mit der DB ist für Mitte April terminiert. Diesen Termin will die EVG aber nur wahrnehmen, wenn dann ein Angebot vorgelegt wird; gegebenenfalls auch nur für einzelne Forderungen aus dem Forderungspaket. Verhandlungsführerin Cosima Ingenschay sprach diesbezüglich von einer „Terminoption“. Sollte die Bahn früher ein Angebot vorlegen, zeigte sich die EVG auch bereit, die Gespräche zu einem früheren Zeitpunkt wieder aufzunehmen.

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