Unternehmen
Bilfinger: Weniger Personal auch in Mannheim – und mehr Gewinn
Die Anzahl der Angestellten in der Verwaltung zu reduzieren und verbliebene Mitarbeiter intensiver zu schulen – das waren die Hauptziele eines sogenannten Effizienzprogramms, das Bilfinger 2022 begonnen hat.
In der Konzern- und Verwaltungszentrale in Mannheim waren nach Bilfinger-Angaben von Mittwoch zum 31. Dezember 2023 noch 167 Stellen besetzt nach 216 ein Jahr zuvor. Jenen Abbau von Verwaltungsstellen habe man einerseits durch regulären Rentenbeginn und Kündigungen, die Mitarbeiter von sich aus vorgenommen hätten, geschafft, sagte Finanzvorstand Matti Jäkel. Andererseits habe man mit Altersteilzeitmodellen gearbeitet sowie „mit einer einstelligen Anzahl betriebsbedingter Kündigungen“, wie Jäkel ausführte. Den Stellenabbau in der Verwaltung sieht Bilfinger-Vorstandsvorsitzender Thomas Schulz nun nach aktuellem Stand abgeschlossen.
Weltweit rund 1650 Mitarbeiter weniger
Weltweit hatte Bilfinger Ende 2023 rund 1650 Mitarbeiter weniger als ein Jahr zuvor: Die Anzahl der Beschäftigten ging von 30.309 auf 28.650 zurück. Der Konzern begründete das mit dem Effizienzprogramm in Deutschland und vor allem mit dem Ausstieg aus wenig erfolgversprechenden Projekten, zuvorderst in Nordamerika. „Konsequentes De-Risking“ nannte das Bilfinger-Chef Schulz bei der Vorstellung der vorläufigen Jahreszahlen am Mittwoch. In der Metropolregion Rhein-Neckar hatte Bilfinger in Mannheim, Ludwigshafen, in Neustadt, Edenkoben und Schwetzingen Ende 2023 zusammen 898 (Vorjahr 956) Mitarbeiter und in Deutschland 6201 (6333).
Die Nachfrage seiner Industriekunden nach Effizienzsteigerung und mehr Nachhaltigkeit bilde die Basis des Erfolgs, sagte Vorstandschef Schulz bei der Vorlage der Zahlen. Der Jahresumsatz stieg von 4,312 Milliarden auf 4,486 Milliarden Euro, der Auftragseingang von 4,615 Milliarden auf 4,735 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn legte auf 181 Millionen Euro zu (2022: „nur“ 28 Millionen Euro wegen der Aufwendungen für das Effizienzprogramm damals). Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet Bilfinger mit einer merklichen weiteren Steigerung von Umsatz und Gewinn.
Starkes Wachstum vor allem außerhalb Deutschlands
Bilfinger verdient sein Geld mit der Planung, dem Bau und der Wartung von Industrieanlagen. Wachstumstreiber sind, sagte Konzernchef Schulz, vor allem Märkte außerhalb Deutschlands gewesen.
In den Niederlanden habe man einen wichtigen Auftrag vom Düngemittelhersteller Yara erhalten, der Teil eines Projekts zur CO 2 -Abscheidung und -Speicherung sei. Von Shell sei man mit der Instandhaltung von Öl- und Gasplattformen im Golf von Mexiko beauftragt worden.