Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel Bei Daimler wächst die Zuversicht

Unerwartet schnelle Markterholung: Daimler, hier die Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim, geht davon aus, beim Betriebser
Unerwartet schnelle Markterholung: Daimler, hier die Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim, geht davon aus, beim Betriebsergebnis den Wert des Vorjahres erreichen zu können.

Nach dem Corona-Absturz im Sommer hat sich der Stuttgarter Autobauer mit unerwartet starken Ergebnissen zurückgemeldet. Der Konzern traut sich nun für dieses Jahr wieder etwas mehr zu als bisher. Aber Corona bleibt der große Unsicherheitsfaktor.

Zwar werde es nicht mehr gelingen, die Absatzeinbußen infolge der Corona-Pandemie in diesem Jahr noch aufzuholen, und auch mit dem Umsatz werde man folglich deutlich hinter 2019 zurückbleiben, teilte der Stuttgarter Konzern am Freitag mit. Dafür soll nun beim operativen Ergebnis zumindest das – wenn auch schwache, von den milliardenschweren Diesel-Altlasten geprägte – Vorjahresniveau von 4,3 Milliarden Euro erreicht werden. Bisher war Daimler davon ausgegangen, aufgrund der massiven Folgen der Coronakrise bei allen Kennzahlen unter den Werten des vergangenen Jahres zu bleiben.

Daimler ist nach der Ludwigshafener BASF zweitwichtigster industrieller Arbeitgeber in der Pfalz. Im südpfälzischen Lkw-Werk in Wörth beschäftigt Daimler derzeit rund 10.300 Beschäftigte, hinzu kommen rund 350 Leiharbeiter. Im Daimler-Ersatzteillager am Standort Germersheim sind derzeit 3100 Mitarbeiter beschäftigt. Und im Nutzfahrzeugmotoren-, Gießerei- und Busstandort Mannheim zählt der Automobilkonzern rund 8600 Mitarbeiter.

„Wir halten das Tempo weiter hoch“

Nachdem die Krise Daimler im zweiten Quartal noch tief in die roten Zahlen gestürzt hatte, profitierte der Konzern im dritten Quartal nach eigenen Angaben von einer unerwartet schnellen Markterholung und zudem von seinen Maßnahmen für mehr Effizienz und Kostendisziplin. „Mit diesem Schwung sind wir auf dem richtigen Weg, um unser Geschäft wetterfester zu machen“, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm. „Die Transformation von Daimler ist allerdings ein Langstreckenrennen. Wir halten das Tempo weiter hoch – fokussiert und mit hoher Disziplin.“ Daimler hatte bereits am vergangenen Freitag vorläufige Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt.

Der Konzern gehe davon aus, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den wichtigsten Märkten weiter normalisierten und es vor allem zu keinen neuerlichen Rückschlägen infolge der Pandemie komme, hieß es.

Knapp 773.000 Autos, Lastwagen und Busse konnte Daimler im dritten Quartal verkaufen, das waren 8 Prozent weniger als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Mit 40,3 Milliarden Euro lag der Umsatz um 7 Prozent unter dem des Vorjahresquartals. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 2,16 Milliarden Euro – das sind 19 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahreszeit. Der gesamte Konzern zählte Ende September 291.770 Mitarbeiter, das waren 12.910 Beschäftigte oder 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Werk Wörth mit stabilem Auftragseingang

Matthias Jurytko, Standortleiter des Daimler-Werks Wörth, sagte am Freitag, der Lkw-Absatz habe sich nach dem Einbruch zu Jahresanfang im dritten Quartal verbessert, liege aber in den meisten Fällen immer noch deutlich unter dem Vorjahreswert. Nach Angaben des Konzerns sind im dritten Quartal 94.141 Lastwagen verkauft worden, das waren 25 Prozent weniger als in der gleichen Vorjahreszeit. Auch für das Gesamtjahr erwartet Jurytko, dass der Lkw-Absatz unter dem Vorjahreswert bleibt. Das Werk Wörth verzeichne aktuell einen stabilen Auftragseingang und produziere regulär im Zweischichtbetrieb. Auch an einigen Samstagen seien zusätzliche Produktionstage vorgesehen.

Andreas Moch, Standortleiter im Mercedes-Benz-Werk Mannheim sagte, der Standort profitiere von dem positiven Auftragseingang in fast allen Kernregionen im zweiten Halbjahr. Das Werk befinde sich nicht mehr in Kurzarbeit, habe Aufträge und arbeite derzeit regulär im Zweischichtbetrieb.

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