Ludwigshafen
BASF: Vorstand Michael Heinz für dritte Rheinbrücke
BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz, der auch Leiter des Stammwerks in Ludwigshafen ist, äußerte sich vor dem Club der Kurpfälzischen Wirtschaftsjournalisten unter anderem zur angespannten Verkehrssituation in der Region – mit einer klaren Forderung und drei Schlussfolgerungen.
Heinz, der auch Vorstandsvorsitzender des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar ist, sagte, er sei überrascht, dass nach der Sperrung der maroden Hochstraße Süd in Ludwigshafen das absolute Chaos bisher ausgeblieben sei. Schließlich hätten zuvor rund 59.000 Fahrzeuge täglich diese Strecke genutzt, sagte der gebürtige Ludwigshafener. Hier habe der ÖPNV einen guten Job gemacht, und es kämen rund 1000 Fahrradfahrer zusätzlich täglich über die Brücken von der anderen Rheinseite nach Ludwigshafen.
Logistikzentrum auf 100 Hektar
Das von der BASF geplante neue 100 Hektar große Logistikzentrum nördlich des Stammwerkes auf Frankenthaler Gemarkung, sagte Heinz weiter, sei eine Reaktion auf die Verkehrssituation. Die BASF bräuchte es nicht, hätte die Hochstraße Süd länger gehalten. Das Zentrum soll dazu dienen, den Lieferverkehr von und zur BASF von täglich bis zu 2500 Lkw sicherer zu gestalten und den Stadtverkehr zu entlasten.
Aus der angespannten Verkehrslage zieht Heinz drei Schlussfolgerungen. Erstens: Die Hochstraße Süd müsse abgerissen und neu gebaut werden. Zweitens: Die für einen Abriss vorgesehene Hochstraße Nord müsse so weit ertüchtigt werden, dass sie lange genug halte. Und drittens: Es sei keine Zeit zu verlieren.
Forderung nach dritter Rheinquerung
Heinz sagte, in Zukunft könne nicht auf Individualverkehr verzichtet werden. Er sprach sich deutlich für eine dritte Rheinquerung zwischen Ludwigshafen und Mannheim aus. Bereits 1967 hatte es einen Planfeststellungsbeschluss für eine Rheinquerung bei Altrip gegeben. Wegen erheblicher Widerstände hat der Bund das Projekt 2004 aus dem Verkehrswegeplan gestrichen. Unter anderem die IHK Pfalz fordert seit Langem weiter eine Rheinquerung bei Altrip. Heinz sagte dazu, es könne nicht sein, dass ein gallisches Dorf eine Region wie die Metropolregion Rhein-Neckar mit 2,4 Millionen Einwohnern in Sippenhaft nehme.