Wirtschaft
BASF-Feuerwehr in Tarragona im Einsatz
Die schwere Explosion bei der spanischen Chemiefirma Iqoxe in Tarragona hat keine Schäden an direkt benachbarten Anlagen der BASF angerichtet. Bei dem Unglück wurden am Dienstagabend zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt.
Am Standort Tarragona seien bei der Chemieexplosion keine BASF-Mitarbeiter verletzt worden, sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Ludwigshafener Konzerns der RHEINPFALZ. Alle Anlagen der BASF seien dort in Betrieb. Die Feuerwehr der BASF leiste technische und nachbarschaftliche Unterstützung. Die BASF beschäftigt in Tarragona 700 Mitarbeiter in mehreren Anlagen.
Bei der Explosion in einer Anlage der Firma Industrias Quimicas del Oxido de Etileno (Iqoxe) am Dienstag gegen 19 Uhr wurde eine 800 Kilogramm schwere Metallplatte mehrere Kilometer weit durch die Luft geschleudert und schlug dann in einem Haus ein. Dabei wurde ein Bewohner getötet und ein weiterer verletzt. Zudem kam bei der Explosion ein Mitarbeiter von Iqoxe auf dem Chemiegelände ums Leben. Sieben weitere Beschäftigte des Unternehmens wurden verletzt.
Nach zwei Stunden Entwarnung
Die Feuerwehr brachte die Flammen über Nacht unter Kontrolle. Die Anwohner in der Nachbarschaft des Chemiestandorts wurden zunächst von den Behörden vor giftigen Gasen gewarnt. Nach zwei Stunden gab es dann Entwarnung. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt.
Das Chemieunternehmen Iqoxe bezeichnet sich als einzigen Hersteller von Ethylenoxid in Spanien. Ethylenoxid ist ein hochentzündliches Gas. Es ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Ethylenglycol und anderen Chemikalien. Ethylenglycol wurde 1928 von der BASF – damals Teil des IG-Farben-Konzerns – in Ludwigshafen als frostsichere Kühlflüssigkeit für Verbrennungsmotoren entwickelt und wird unter dem Markennamen Glysantin vertrieben. Heute wird Ethylenglycol vor allem zur Herstellung von Polyesterfasern verwendet.
Viele Firmen auf dem Gelände
Am Rand der Stadt im Süden der spanischen Region Katalonien befindet sich ein großes Chemiegelände, auf dem zahlreiche Unternehmen Anlagen fahren, die teilweise miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beliefern. Außer der BASF betreiben dort Dow-Dupont, Repsol, Covestro und viele andere Konzerne Chemieanlagen und Raffinerien. Der Hafen von Tarragona ist einer der größten am Mittelmeer.
Die BASF produziert in Tarragona für Industrien, die Produkte wie zum Beispiel Waschmittel, Kosmetika, Kunststoffe und Fungizide herstellen. Der Ludwigshafener Konzern ist dort seit 1969 präsent.
Schmerzliche Erinnerungen an Explosion in Ludwigshafen
In Ludwigshafen weckt der schwere Chemieunfall in Nordspanien schmerzliche Erinnerungen an die Explosionskatastrophe am 17. Oktober 2016 im BASF-Nordhafen, bei der fünf Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. Als Verursacher wurde im August vergangenen Jahres ein Arbeiter einer externen Firma zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt, der im Rohrgraben im Ludwigshafener Nordhafen versehentlich eine falsche Rohrleitung angeschnitten und dadurch eine Explosionsserie ausgelöst hatte. Der Vorsitzende Richter begründete das milde Urteil damit, dass es mit Blick auf Vorkehrungen gegen die Verwechslungsgefahr der Rohre bei Arbeiten eine „kausale Mitverantwortung der BASF“ gebe.