Industrie RHEINPFALZ Plus Artikel BASF-Betriebsratschef fordert niedrigere Strompreise

Sinischa Horvat fordert vom BASF-Vorstand einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.
Sinischa Horvat fordert vom BASF-Vorstand einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

Der BASF-Betriebsratsvorsitzende Sinischa Horvat fordert von der Bundesregierung, die Industriestrompreise zu senken. Nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit des Chemiekonzerns und anderer energieintensiver Unternehmen in der globalen Konkurrenz erhalten werden.

„Die BASF braucht passende Rahmenbedingungen, um eine wettbewerbsfähige grüne Produktion aufbauen zu können“, betonte Horvat am Dienstagabend bei einem Parteitag des SPD-Unterbezirks Vorderpfalz. Der Standort Ludwigshafen brauche dabei die Unterstützung der Politik. Die Industriestrompreise zu senken, sei ein wichtiger Schritt.

„Wenn die Preise bei uns zu hoch sind, werden wichtige Produkte wegfallen“, warnte Horvat und verwies auf die Stilllegung energieintensiver Anlagen im Stammwerk, wie die Ammoniakproduktion für den globalen Markt. „Das ist ein Produkt, das der zukünftige Rohstoff nach dem Erdgas sein wird“, meinte Horvat. Ammoniak werde auch für die Herstellung von AdBlue gebraucht, der als Zusatz für Dieselkraftstoff die Schadstoffe in der Abgasnachbehandlung reduziert. Der Stoff werde im Stammwerk nur noch intern für AdBlue produziert. Dabei könne Ammoniak langfristig den Diesel als Kraftstoff ablösen. „Das ist die Zukunft“, sagte Horvat. Die globale Nachfrage für den Lkw- und Schiffsverkehr werde steigen.

Durch den kostenbedingten Ausstieg aus der Ammoniakproduktion entstünden neue Abhängigkeiten bei Liefer- und Wertschöpfungsketten, beispielsweise zu den USA, wo Energie für die Industrie wesentlich billiger ist. „Wir müssen die Ammoniakproduktion wieder nach Ludwigshafen holen. Das ist auch eine Aufgabe für die Politik“, forderte er.

Die Regierung müsse die Rahmenbedingungen für die Transformation zu einer klimaneutralen Produktion bei der BASF schaffen. Der Staat soll energieintensive Unternehmen wie der BASF günstigere Industriestrompreise ermöglichen. Dies sichere langfristig Arbeitsplätze. Horvat unterstützte einen entsprechenden SPD-Antrag, der eine Co-Finanzierung der Übertragungsnetzentgelte durch den Staat fordert, mit denen der Stromtransport über lange Strecken finanziert wird. Für eine klimaneutrale Produktion werde sich der Strombedarf der BASF vervielfachen.

Zum Sparprogramm des BASF-Vorstands sagte Horvat: „Es geht um eine Mischung aus Prozessoptimierung und Dingen, die wir uns nicht mehr leisten wollen und die personalrelevant sind. Wir werden das mit dem Vorstand Punkt für Punkt abarbeiten.“ Eine Zielzahl für Personalabbau sei dabei die falsche Vorgehensweise. Ende November beginnen Gespräche über eine neue Standortvereinbarung bis 2030. Ziel sei ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

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