Chemie
BASF baut weitere 2000 Stellen ab
Die Stellen werden bei den sogenannten Global Business Services wegfallen, zu denen weltweit rund 8400 Beschäftigte zählen, teilte die BASF am Dienstag mit. Die Mitarbeiter waren erst Anfang dieses Jahres in den neu gegründeten Bereich gewechselt. Sie erbringen dort Dienstleistungen für die Geschäftseinheiten der BASF und kümmern sich um Finanzen, Logistik, Kommunikation, Personal, Umwelt, Gesundheit oder Sicherheit. Bis Ende 2022 werde sich die Anzahl der Mitarbeiter der Global Business Services weltweit um bis zu 2000 verringern, teilte die BASF mit. Dies sei möglich „über eine grundlegende Vereinfachung der Prozesse und die Nutzung digitaler Lösungen“, sagte Marc Ehrhardt, Leiter des Bereichs. Ab 2023 erwartet der Chemiekonzern dort dann eine jährliche Kostensenkung von mehr als 200 Millionen Euro. Details der geplanten Maßnahmen würden in den kommenden Monaten auch mit den Arbeitnehmervertretern erarbeitet.
Am BASF-Standort Ludwigshafen waren nach Angaben des Betriebsrates Anfang dieses Jahres 1400 Mitarbeiter im Bereich Global Business Services beschäftigt. Am Standort Berlin gehören rund 2000 Mitarbeiter zu dieser Einheit. Ob und in welchem Umfang der Standort Ludwigshafen von dem nun angekündigten Stellenabbau betroffen sein wird, konnte eine BASF-Sprecherin am Dienstag nicht sagen.
Der BASF-Betriebsratsvorsitzende Sinischa Horvat kritisierte den angekündigten Personalabbau: Das werde für Verunsicherung unter den Beschäftigten des Chemiekonzerns sorgen. Er verlangt von der BASF einen Nachweis, dass diese Stellen überhaupt verzichtbar sind. Die Gespräche über den Jobabbau hätten noch nicht begonnen und würden voraussichtlich Monate dauern und „nicht gemütlich“ werden.
Die BASF hatte Mitte 2019 angekündigt, 6000 Stellen weltweit in der Verwaltung abzubauen und das bis Ende 2021. Der Abbau wurde dann aber gestrafft, die 6000 Arbeitsplätze sollen nun bis Ende dieses Jahres wegfallen. Davon sollen 3000 Jobs in Deutschland gestrichen werden – ganz überwiegend in Ludwigshafen. Der nun angekündigte Abbau von 2000 Stellen weltweit kommt noch dazu.
Der Chemiekonzern beschäftigte am Standort Ludwigshafen Ende Juni dieses Jahres 38.995 Mitarbeiter, das waren 991 weniger als ein Jahr zuvor. BASF-Chef Martin Brudermüller hatte Anfang Mai gesagt, dass die Anzahl der Mitarbeiter im Stammwerk Ende dieses Jahres „deutlich niedriger“ ausfallen werde als Ende 2019.