Wirtschaft Bahn investiert massiv ins Netz
«Mainz.» Die Deutsche Bahn (DB) investiert in diesem Jahr so viel wie nie zuvor in die Erneuerung ihrer Schienenstrecken. Auf Rheinland-Pfalz entfallen dabei rund 220 Millionen Euro.
DB-Vertreter bezifferten gestern in Mainz die diesjährigen Investitionen in die DB-Infrastruktur, die überwiegend aus Bundesmitteln finanziert werden, auf rund 9,3 Milliarden Euro, etwa 800 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Von diesen rund 9,3 Milliarden Euro entfallen 1,2 Milliarden Euro auf Bahnhöfe, 2,6 Milliarden Euro auf Neu- und Ausbaumaßnahmen (zu denen der abschnittsweise Ausbau der Strecke Ludwigshafen–Saarbrücken für Tempo 200 gehört) und 5,5 Milliarden Euro auf Ersatzinvestitionen in das Bestandsnetz. Geregelt sind Investitionen in das Bestandsnetz in der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) zwischen Bund und DB. Für Strecken in Rheinland-Pfalz stehen in diesem Jahr rund 220 Millionen Euro bereit, deutlich mehr als im Vorjahr mit 172 Millionen Euro. Die steigenden Mittel erlauben es, den Sanierungsrückstau im lange vernachlässigten DB-Netz nach und nach abzubauen, sorgen allerdings auch für immer mehr Baustellen und damit verbundene Einschränkungen des Zugangebots. In diesem Jahr werden wegen Bauarbeiten zwei Strecken in der Westpfalz länger komplett gesperrt und zwar die Lautertalbahn von Kaiserslautern nach Lauterecken vom 23. Juni bis zum 3. August und die Strecke von Landstuhl nach Kusel vom 29. September bis zum 14. Oktober. In beiden Fällen fahren Busse als Ersatz für die ausfallenden Züge. Die Bauarbeiten sollen dafür genutzt werden, auf beiden Strecken in der Westpfalz jeweils zwei kleinere Bahnstationen zu modernisieren. Auf der Lautertalbahn sind das Hirschhorn und Untersulzbach, auf der Strecke von Landstuhl nach Kusel Niedermohr und Steinwenden. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Anhebung der Bahnsteige auf eine Höhe von 55 Zentimetern, die ein stufenloses Betreten der Fahrzeuge erlaubt sowie eine barrierefreie Anbindung an das Stationsumfeld. Finanziert werden diese Maßnahmen über das von Bund und Land getragene Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP). Für einigen Ärger sorgt in der Pfalz seit Jahren der Ausbau der Strecke von Ludwigshafen nach Saarbrücken, der mit dem Kürzel POS (Paris–Ostfrankreich–Südwestdeutschland) bezeichnet wird. Er dient vor allem dem Ziel, dass ein Teil der Hochgeschwindigkeitszüge von Frankfurt nach Paris weiterhin über Kaiserslautern und Saarbrücken fährt und nicht auch auf den mittlerweile deutlichen schnellen Weg über Straßburg abwandert. Für Unmut sorgt vor allem die nächtliche Sperrung der Strecke zwischen Ludwigshafen und Homburg, wegen der die letzte S-Bahn von Mannheim nach Neustadt bereits um 23.26 Uhr fährt und der letzte Regional-Express von Mannheim nach Kaiserslautern sogar schon um 22.39 Uhr. Diese ursprünglich einmal für die Jahre 2016 und 2017 angekündigte Nachtsperrung wird nun voraussichtlich sogar über 2018 hinaus bis zum Fahrplanwechsel im Juni 2019 dauern. Außerdem gibt es wegen der POS-Bauarbeiten immer wieder Einschränkungen im Zugverkehr, so beispielsweise vom 18. bis zum 24. März Zugausfälle auf dem Abschnitt zwischen Kaiserslautern und Einsiedlerhof sowie vom 30. März bis zum 2. April auf der Strecke Kaiserslautern-Homburg. Derzeit ist der Abschnitt zwischen Böhl-Iggelheim und Schifferstadt nur eingleisig befahrbar. Deshalb müssen diverse S-Bahn-Züge früher in Neustadt abfahren, was dort in manchen Fällen zum Wegfall des wichtigen Anschlusses aus Richtung Landau führt. Kommentar