Wirtschaft Bahn investiert ins Netz
Mainz. Die Deutsche Bahn (DB) investiert in diesem Jahr verstärkt in die Erneuerung ihrer Schieneninfrastruktur. Von bundesweit 5,2 Milliarden Euro entfallen 172 Millionen Euro auf Rheinland-Pfalz, rund 63 Millionen Euro auf das Saarland.
Finanziert werden diese Investitionen durch die zwischen Bund und DB für die Jahre 2015 bis 2019 abgeschlossene Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV). Sie sieht Investitionen von 28 Milliarden Euro in die bestehende Infrastruktur vor. Dabei nehmen die Summen von Jahr zu Jahr zu. Der Betrag von 235 Millionen Euro für Rheinland-Pfalz und das Saarland liegt um rund 45 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Kehrseite der Medaille sind allerdings immer mehr Baustellen im DB-Netz, die oft mit starken Einschränkungen für den Zugverkehr verbunden sind. Nächste derartige Maßnahme in der Pfalz sind am übernächsten Wochenende Gleisbauarbeiten in den Bahnhöfen Neustadt und Lambrecht, die auch zu Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr führen. Vom 14. bis 20. April kommt es wegen Bauarbeiten zu einer Sperrung der stark frequentierten Strecke von Neustadt nach Landau. Zu den für die Pfalz wichtigsten Projekten der aktuellen LuFV gehört die auf rund 28 Millionen Euro veranschlagte Modernisierung der Signaltechnik in der Südwestpfalz und Südpfalz durch ein neues elektronisches Stellwerk. Die Inbetriebnahme des ersten Abschnitts, die eigentlich schon für das vergangene Jahr geplant war, sich dann aber wegen technischer Probleme verzögert hat, ist nun für kommenden September vorgesehen. Danach werden Weichen und Signale an den Bahnhöfen Zweibrücken, Dellfeld, Pirmasens Nord, Pirmasens Hbf, Münchweiler (Rodalb), Hinterweidenthal Ost und Waldfischbach im zentralen Regionalnetz-Stellwerk in Neustadt gestellt. Damit ist dann in weiten Teilen der Westpfalz die veraltete und sehr personalintensive mechanische Stellwerkstechnik durch ein modernes elektronisches Signalsystem abgelöst. In der Westpfalz werden in diesem Jahr auch zwei Haltepunkte modernisiert, und zwar Thaleischweiler-Fröschen an der Regionalbahn-Linie von Pirmasens über Zweibrücken nach Saarbrücken und Eisenbach-Matzenbach an der Strecke Landstuhl–Kusel. Massive Auswirkungen auf den Zugverkehr in der Pfalz haben auch in diesem und im kommenden Jahr die Bauarbeiten auf der Ost-West-Hauptstrecke zwischen Homburg und Ludwigshafen. Sie sind Teil des grenzüberschreitenden Schnellbahn-Projekts Paris–Ostfrankreich–Südwestdeutschland (POS). Derzeit gibt es wegen Baustellen eingleisige Abschnitte bei Kaiserslautern und bei Haßloch. Zwischen 8. Mai und 12. August kann hier allerdings nicht gebaut werden, weil wegen Bauarbeiten auf der Moselstrecke Güterzüge ins Saarland über die Strecke durch die Pfalz umgeleitet werden müssen. DB-Vertreter verwiesen gestern in Mainz bei der Vorstellung des Bauprogramms darauf, dass es 2016 gelungen sei, bundesweit trotz 12 Prozent mehr Baustellen die Pünktlichkeit des Zugbetriebs auf dem DB-Netz zu verbessern und die Verspätungen um 11 Prozent zu reduzieren. Im Personenfernverkehr sei der Anteil der pünktlichen Züge im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozentpunkte auf 78,9 Prozent gestiegen, im Regionalverkehr um 0,8 Prozentpunkte auf 92,7 Prozent. Als pünktlich im Sinne dieser Statistik wertet die DB Züge, die nicht mehr als fünf Minuten Verspätung haben. Leitartikel