Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Abkehr vom billigen Geld

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt steht vor einer schwierigen Gratwanderung, die durch den Krieg Russlands gegen di
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt steht vor einer schwierigen Gratwanderung, die durch den Krieg Russlands gegen die Ukrainer noch komplizierter geworden ist.

Selbst wenn die Europäische Zentralbank nach Ende ihrer Anleihenkäufe im Herbst auch die Minuszinsen abschafft, wird die Inflation zunächst hoch bleiben.

Es ist nur eine Ankündigung, aber sie weist in die richtige Richtung: Die Europäische Zentralbank (EZB) will im dritten Quartal aufhören, frisches Geld in die Märkte zu pumpen. Ob es tatsächlich so kommt, ist aber alles andere als sicher. Wenn Russland den Gashahn zudreht oder die EU sich zu einem Boykott russischer Energielieferungen durchringt, wäre eine Rezession wahrscheinlich. Dann müsste die Notenbank wohl zurückrudern. Abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt, wäre aber ebenfalls riskant gewesen. Denn die Inflation ist enorm hoch. Hätte die EZB nicht reagiert, so hätte dies die Inflationsfurcht gesteigert. Solche Ängste können dazu führen, dass Unternehmen und Verbraucher noch einmal auf Großeinkauf gehen – was den Preisauftrieb dann tatsächlich beschleunigt.

Die US-Notenbank wird nächste Woche wahrscheinlich ihren Leitzins erhöhen, was die Attraktivität von Geldanlagen in Dollar steigert. Hätte die EZB die Hände in den Schoß gelegt, hätte das den Euro weiter schwächen können. Die Inflation wird zunächst hoch bleiben, denn die Notenbank kann weder die Abhängigkeit Europas von russischen Energie-Importen verringern noch gestörte Lieferketten reparieren. Wichtig ist aber das Signal, dass die EZB der Inflation endlich entgegentritt.

Inflation wieder über 5 Prozent – Weiterer Anstieg erwartet

x