Wirtschaft
34-Zoll-Monitor und größer: Mehr Bildschirm für weniger Geld
LG, neben Samsung und BenQ einer der wichtigen Monitorhersteller, hat einen neuen, großen Allzweckmonitor mit dem Produktkürzel 34WR55QC im Angebot. Die 3440 x 1440 Pixel verteilen sich auf eine Diagonale von 34 Zoll. Das bedeutet ein Seitenverhältnis von 21:9, also ungefähr das, was ein breiter Cinemascope-Film im Kino bietet. Er ist mit 100 Hertz Bildfrequenz und 5 Millisekunden Reaktionszeit schnell genug für Gamer; Grafikkarte und Monitor werden sogar per FreeSync synchronisiert. Und der sRGB-Farbraum wird zu 99 Prozent abgedeckt, was den LG für Video- und Fotobearbeitung empfiehlt. Er kostet derzeit etwa 330 Euro. So viel Fläche und Leistung hätten vor wenigen Jahren noch fast das Doppelte gekostet.
Die Pixel machen den Preis
Aber Achtung: Wer nach einem 34-Zoll-LG-Monitor sucht, findet auch ein Gerät für nur 250 Euro. Der Unterschied erschließt sich nicht sofort, ist aber entscheidend. Der LG 34WP500-B löst nur mit 2560 x 1080 Pixeln auf. Das sind knapp 82 Pixel pro Zoll, während es beim erstgenannten LG bereits 110 Pixel sind. Der Unterschied ist bei Texten, Videos und Fotos deutlich wahrzunehmen.
Wer hier höchste Ansprüche hat, greift zu einem gleich großen, aber durch 5120 x 2160 Pixel gleich viermal feiner (163 ppi) auflösenden LG 5K UltraWide UltraFine für etwa 1050 Euro. Vor allem ernsthafte Fotobearbeiter und Grafiker werden an einem solchen Monitor bei hinreichend guter Grafikkarte im Rechner sicher glücklich. Aber warum soll es überhaupt ein Monitor im Format 21:9 sein, wo doch Fernseher, Projektoren und Laptops auf das 16:9-Format setzen? Es hängt von der bevorzugten Arbeitsweise am Rechner ab. Wer neben einem Word-Dokument noch ein Browser-Fenster und vielleicht ein Fotoprogramm nebeneinander im Blick halten will, wünscht sich mehr Breite. Da hilft auch ein UHD/4K-Monitor wenig, der zwar sogar 3840 x 2160 Pixel bietet, aber ebenfalls das TV-Format hat.
Format, Größe und Auflösung
Grundsätzlich geht es beim Neukauf um die Bildschirmgröße, die darauf verteilten Pixel und das Bildschirmformat. Aber auch um Bildfrequenz und Farbraum. Schnelle Bildwechsel wollen vor allem Gamer. Ein großer Farbraum liefert mehr unterschiedliche Farben, ist also näher an dem, was unser Auge gewohnt ist.
Bei der Auflösung sollte man sich einige Kürzel merken: Full HD = 1920 x 1080 Pixel, WQHD = 2560 x 1440 Pixel und UHD = 3840 x 2160 Pixel. Diese drei haben eine Proportion von 16:9. Die effektive Pixeldichte hängt aber von der Bildschirmgröße ab. Je größer der Bildschirm bei gleicher Pixelzahl, desto geringer die Pixeldichte – so die Gleichung. Wer bereits einen 17-Zoll-Laptop besitzt, der mit 2560 x 1440 Pixel brilliert, wird sich kaum mit einem großen Full-HD-Monitor als Partner anfreunden können. Der Mobilrechner liefert nämlich 173 ppi (Pixel pro Zoll).
Dem sollte schon ein 4K-Monitor mit höchstens 27 Zoll Diagonale zugesellt werden, damit es ähnlich detailreich zugeht. Passend wäre da ein sehr gut getesteter Monitor von Samsung, der U28E590D, der mit 28 Zoll (71 Zentimeter), hohem Kontrast, gutem Farbraum und schneller Bildwiederholung für alle Zwecke geeignet ist und etwa 500 Euro kostet.
Davon abgeleitet ergeben sich Empfehlungen für die weiteren Formate und passenden Auflösungen: Die niedrige Full-HD-Auflösung ist maximal noch für einen 20-Zöller statthaft. Bei 24 Zoll sollten es bereits 2560 x 1440 Pixel sein. Und ab 27 Zoll darf es ein 4K-Display sein. Denn auch deren Preise sind erschwinglich geworden. So kostet ein 4K-Dell-Monitor als solides Arbeitsgerät mit für Videos noch ordentlichen 60 Hertz Bildwiederholungsrate gerade mal 280 Euro. Bei schnellem WLan lässt sich ein solcher Monitor auch als sehr praktischer Zweitfernseher nutzen, der 4K-Videos oder Streamingfilme in voller Auflösung darstellen kann.
Platz für die Ultrabreiten
Jenseits der 16:9-Monitore beginnt das Reich der Ultrabreitbildmonitore mit dem 21:9-Format. Die hier relevanten Abkürzungen: UW-UXGA = 2560 x 1080 Pixel, UWXHD = 3440 x 1440 Pixel und UWXHD+ = 3840 x 1600. Mehr Pixel bedeuten hier aber auch deutlich höhere Preise. Kostet ein UWXHD meist zwischen 300 und 500 Euro, liegen die Preise eine Pixelklasse höher bereits zwischen 1000 und 1500 Euro. Noch erschwinglich ist da ein BenQ UltraWide mit satten 38 Zoll für etwa 950 Euro. Bei diesen Formaten ist der Bildschirm meist gewölbt, damit das Bild an den Rändern nicht verzerrt erscheint.
Noch extremer sind die seltenen Exemplare der DQHD-Klasse mit 5120 x 1440 Pixeln im Format 32:9 und tischfüllenden 49-Zoll-Diagonale. Das entspricht genau zwei nebeneinander platzierten 16:9-Bildschirmen von 2560 x 1440 Pixeln. Für einen solchen ultrafein auflösenden Bildschirm verlangt Philipps über günstige Anbieter etwa 850 Euro.
Wer auf ein nahtloses Bild verzichten kann, zahlt hingegen für zwei zusammen ebenso große 27-Zoll-Monitore von Lenovo, Dell oder Samsung zwischen 430 und 470 Euro. Damit ist man auch im etwaigen Schadensfall auf der sparsamen und sicheren Seite.