Wirtschaft Pfalz hat unter zwei Bahn-Sperrungen zu leiden
Von Freitag, 10. April, bis Montag, 13. April, ist die viel befahrene Bahnstrecke von Kaiserslautern nach Neustadt zwischen Hochspeyer und Lambrecht wegen Bauarbeiten gesperrt. Welche Folgen das für den Fahrplan der Regionalzüge hat, ist der Internet-Auskunft der Deutschen Bahn (DB) rund einen Monat vorher noch nicht zu entnehmen. Mit ziemlicher Sicherheit verlängern sich die Fahrzeiten deutlich, weil Busse, die als Ersatz für Züge fahren, auf der Straße durchs Neustadter Tal deutlich länger brauchen als Züge, die dank der vielen Tunnels etliche Schleifen abschneiden. Am größten wird der Fahrzeitverlust für Reisende sein, die mit dem Regional-Express (RE) fahren wollten.
Fernzüge fallen in der Pfalz aus
Die Fernzüge auf dem Abschnitt von Saarbrücken über Kaiserslautern nach Mannheim fallen entweder ganz aus oder werden umgeleitet. Letzteres gilt für die TGV und ICE von Frankfurt nach Paris und umgekehrt, die statt durch die Pfalz über Straßburg fahren. Für Kaiserslautern und Saarbrücken kommt diese Umleitung einem Ausfall gleich. Wer eine Reise über die Osterfeiertage etwas verlängern kann, sollte möglichst statt Freitag schon am Donnerstag fahren und statt am Montag erst am Dienstag zurückkehren. Ganz besonders tückisch ist die Situation, dass man frühzeitig ein Ticket für eine Verbindung mit einem Fernzug ab Mannheim gebucht hat, den man nicht mit dem bei der Buchung angegebenen Anschlusszug beispielsweise ab Kaiserslautern erreichen kann, weil der in die Streckensperrung gerät.
Böse Überraschung für Fahrgäste
Dass kann besonders bei den Zügen der Linie RE 1 passieren, die normalerweise günstige Anschlüsse an diverse ICE ab Mannheim bieten. Wenn man den gebuchten ICE erreichen will, muss man beispielsweise ab Kaiserslautern deutlich früher fahren und dabei eine sicher äußerst lästige Fahrt mit einem Ersatzbus in Kauf nehmen.
Als an Ostern 2019 die Ost-West-Hauptstrecke östlich von Neustadt gesperrt war, bot sich für Reisen ab Kaiserslautern in einigen Fällen das Ausweichen auf die Alsenzbahn an. Dies gilt auch in diesem Jahr. Für die Fahrt nach Hamburg oder Berlin ist die Fahrt mit Umsteigen in Bad Münster und Frankfurt wohl angenehmer als das zweimalige Umsteigen zwischen Zug und Ersatzbus auf der Strecke nach Mannheim.
Strecke zum Mainzer Hauptbahnhof gesperrt
Dies gilt diesmal allerdings nicht für Fahrten nach Mainz, weil es dabei ein Sonderproblem gibt. Wegen einer Baustelle in Mainz kann der Hauptbahnhof der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt nicht von Zügen aus Richtung Westen und Norden angefahren werden. Züge von Bad Kreuznach nach Frankfurt werden ab Mainz-Mombach über die Mainzer Nordbrücke nach Frankfurt geleitet. Reisende mit dem Ziel Mainz müssen in Budenheim kurz vor Mainz in einen Ersatzbus umsteigen.
RE 4 und RE 14 fahren nicht nach Frankfurt
Von der Baustelle in Mainz sind auch die Züge der Regional-Express-Linien RE 4 und RE 14 von Karlsruhe über Germersheim, Speyer, Ludwigshafen und Frankenthal nach Mainz und von Mannheim über Ludwigshafen Mitte und Frankenthal nach Mainz betroffen. Diese Züge fahren normalerweise größtenteils über die Mainzer Nordbrücke weiter nach Frankfurt. Dies geht an Ostern aber nicht, weil wegen der Baustelle in Mainz die Zufahrt zur Nordbrücke aus Richtung Süden nicht möglich ist.
Zellertalbahn wäre gut geeignet
Eine gute Möglichkeit, den gesperrten Streckenabschnitt im Pfälzerwald auf der Ost-West-Hauptstrecke zu umgehen, könnte die Zellertalbahn von Langmeil nach Monsheim bieten. Sie wäre die einzige Möglichkeit, von Kaiserslautern in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt zu kommen, ohne unterwegs in einen Ersatzbus umsteigen zu müssen. Diese Sätze lassen sich allerdings nur im Konjunktiv schreiben, weil die Zellertalbahn nun schon im dritten Jahr hintereinander nicht befahrbar ist, da das Mainzer Wirtschaftsministerium die für eine Erneuerung von Gleisen und Weichen erforderlichen Mittel immer noch nicht bewilligt hat.