Rheinpfalz Zwei Firmen sind schwer am Investieren

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Es war ein gutes Jahr für die regionale Wirtschaft und für den hiesigen Arbeitsmarkt. Letzterer verharrt auf einem historischen Tief bei der Arbeitslosenquote, von den großen Unternehmen im Kreis gibt es fast durchweg positive Nachrichten.

KOB, der größte Arbeitgeber im Kreis, wird in den nächsten Jahren eine zweistellige Millionensumme in sein Werk in Wolfstein investieren. Teil dieser Investitionen ist ein Projekt, mit dem sich der Hersteller medizinischer Textilien neue Geschäftsfelder erschließen will. Ermutigt hat die Wolfsteiner (und ihre Heidenheimer Mutter) der Erfolg des Brawoliners, eines Verfahrens, mit dem defekte Kanäle und Wasserrohre relativ einfach saniert werden können. Nun sucht KOB weitere nichtmedizinische Gebiete, auf denen es mit seinem Know-how in der Textiltechnik mit Produkten oder Dienstleistungen Marktchancen hat. Ebenfalls einen zweistelligen Millionenbetrag will die Medarder IGM in der nahen Zukunft investieren. Das Erweiterungsgelände für Werk III des Fassadenbauers ist bereits erworben, 2017 könnte es gebaut sein, wenn die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Und: Nach einem laut Firmenchef Michael Groß guten Jahr 2015 sind die Auftragsbücher für 2016 ebenfalls bereits komplett gefüllt. Erfreuliches hörte man 2015 auch von CS Schmal in Waldmohr. Der zuletzt schlingernde Möbelproduzent scheint zurück in die Spur gefunden zu haben, steigert seinen Absatz und hat sich nun sogar mit der Gewerkschaft auf die – wenn auch langsame – Rückkehr in den Flächentarifvertrag geeinigt. Für die Beschäftigten bedeutet das Schritt für Schritt mehr Lohn – und nach außen ist es ein Signal dafür, dass es aufwärts geht. Bei Minitec im Schönenberg-Kübelberger Gewerbegebiet Mehlpfuhl hat Unternehmensgründer Bernhard Bauer indes seine Ankündigung wahr gemacht und zum Jahresbeginn die Geschäftsführung nach mehr als 25 Jahren weitergegeben. Sein Nachfolger als kaufmännischer Geschäftsführer ist Ulrich Wigand, Andreas Böhnlein ist Geschäftsführer Technik, Tobias Doll Geschäftsführer Produktion. Bauers Tochter Sandra Geyer-Altenkirch sorgt als Gesellschaftervertreterin dafür, dass der erfolgreiche Komplettanbieter von Profil- und Linearsystemen sowie Transferanlagen und Montage-Systemen ein Familienunternehmen bleibt. „Zusammen sind wir 70 Jahre Minitec“, sagte Wigand der RHEINPFALZ. Aufgrund der tiefen Verbundenheit der neuen Führung zum Unternehmen sei es selbstverständlich, dass die Firma ganz im Sinne Bernhard Bauers weitergeführt werde. Überrascht und doch wieder nicht haben die beiden Volksbanken im Kreis, als sie im Herbst verkündeten, fusionieren zu wollen. Bis zuletzt hatten sowohl die Genossen in Glan-Münchweiler als auch jene in Lauterecken immer wieder betont, wie sehr sie ihre Eigenständigkeit schätzen. Doch der stetig größer (und teurer) werdende Verwaltungsaufwand durch Vorgaben aus Brüssel, Berlin und Frankfurt machen es Klein-Instituten zunehmend schwer, das alles alleine zu stemmen. Und was macht die Kreissparkasse? Ihr Vorstandsvorsitzender Helmut Käfer hat in einem RHEINPFALZ-Interview ganz vorsichtig angedeutet, dass er sich unter bestimmten Umständen eine Fusion mit einem Schwesterinstitut in der Region vorstellen könnte. Bei dieser vorsichtigen Vorstellung ist es bislang geblieben. (tmü/wop)

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