Rheinpfalz Zweckverband für Holzvermarktung?

Die Bildung eines Forstzweckverbands wurde bei der Gemeinderatsitzung in Hüffler diskutiert. Ortsbürgermeister Helge Schwab erläuterte, es gehe um eine neue Form der Holzvermarktung. Die Leiterin des Forstamtes Kusel, Gabi Kleinhempel, informierte eingehend über Sinn und Möglichkeiten eines Zweckverbandes.
Das Forstamt Kusel betreut 8064 Hektar Waldfläche in 94 Körperschaften und drei Verbandsgemeinden, davon haben 33 Forstbetriebe über 100 Hektar. Zusätzlich gibt es 5000 Hektar Privatwald. Ohne Zweckverband gebe es schlechte Chancen auf dem Holzmarkt. Dadurch seien die Erlöse geringer bei höherem Zeit- und Verwaltungsaufwand von Forstamt und Verbandsgemeinden. Die Nachfrage nach Holz nehme zu, was neue Strukturen unverzichtbar mache. Der Wald, so Kleinhempel „soll ein wohl sortiertes Warenlager sein“. Das Ziel ist nach ihren Worten die kommunale Zusammenarbeit im kleinstrukturierten Gemeindewald mit effektiver und selbstbestimmter Bewirtschaftung. Durch den geplanten Zweckverband werde die Waldwirtschaft gefördert, die Selbstverwaltung sei gewährleistet. Dies bedeute nicht die Aufgabe des Waldeigentums oder Verlust der Nachhaltigkeit im eigenen Wald, auch nicht Verzicht auf Einnahmen aus Jagdpacht. Als Vorteile nannte die Leiterin des Forstamts eine Verwaltungsvereinfachung, größere Bewirtschaftungsmöglichkeiten, effizientere Einsätze für Unternehmen, die Holz aufkaufen, und höhere Erlöse. Der Forstzweckverband könne auch einen eigenen Förster einstellen. Kleinhempel: „Ich werbe für eine zukunftsfähige Lösung von der alle Beteiligten profitieren.“ Angestrebt wird vom Forstamt ein Zweckverband mit 1500 bis 2000 Hektar. Auch Schwab sieht dies positiv und sagte: „Der Wald ist keine Spardose.“ Es solle kein Raubbau betrieben werden, Ziel sei eine schwarze Null im Betriebsergebnis. Nach einer regen Aussprache beschloss der Gemeinderat einstimmig, einen Forstzweckverband zunächst im Bereich der Verbandsgemeinde Oberes Glantal anzuregen. Dieser Vorschlag soll bei der nächsten Ortsbürgermeisterdienstbesprechung am 12. Juni in Waldmohr vorgebracht werden. Auch Gabi Kleinhempel wird dort diesen Zweckverband nochmals vorstellen. Als Schöffe wurde Ratsmitglied Bernd Rothfuchs vorgeschlagen. Eine Spende der Pfalzwerke in Höhe von 300 Euro wurde gerne angenommen. Sie ist für das Bauprojekt Spielplatz bestimmt. Schwab gab bekannt, dass der Spielplatz in dieser Woche noch fertig gestellt werden soll. Bei den Informationen erwähnte er mehrere Anschaffungen für den Traktor. Bevor eine Geschwindigkeitsmessanlage angeschafft wird, soll Mario Zimmer nähere Informationen und den Preis bei der Verbandsgemeindeverwaltung erfragen. Schwab dankte im Vorfeld allen 90 Helfern für ihre Mitwirkung beim Dorffest am 30. Juni und 1. Juli. Bei etwa 600 Einwohnern sei dies sehr beachtlich, lobte der Ortsbürgermeister.