Rheinpfalz Zur Sache: Zweite große Entscheidung bis heute nicht bereut

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Bereits in der sechsten Generation halten die Stoffels Milchkühe auf ihrem Bauernhof. Beim Urgroßvater waren noch acht bis zehn davon im althergebrachten Kuhstall angebunden, wurden von Hand gemolken und anschließend die Milch morgens und abends in großen Kannen zur Milchsammelstelle gebracht. Über 50 Ablieferer gab es allein in Herschberg in den 50er Jahren, von denen manche allerdings nur zwei oder drei Kühe hielten. Der ursprüngliche Hof der Familie in der Herschberger Ortsmitte war von zwei Straßenzügen und Nachbarhäusern regelrecht eingeklemmt und nicht ausbaufähig. Großvater Hermann Stoffel (heute 93 Jahre alt) und dessen Vater entschlossen sich deshalb 1959, auf der Aspenhöhe an der Landstraße nach Thaleischweiler-Fröschen den bis heute einzigen Herschberger Aussiedlerhof zu errichten. Fast 50 Jahre später stand dann wieder eine Entscheidung an. 30 Milchkühe waren bei den enorm gestiegenen Kosten und dem besonders niedrigen Milchpreis für die Erzeuger zum Überleben nicht ausreichend. Allein der Entschluss des jungen Landwirtschaftsmeisters Matthias, den Familienhof mit den Eltern weiterzuführen, hat vor fünf Jahren dieses Großprojekt erst möglich gemacht. Inzwischen hat sich die täglich erzeugte Milchmenge auf fast 4000 Liter nahezu vervierfacht. Trotzdem kommen Stoffels, allerdings unter großem persönlichen Einsatz und einer Sieben-Tage-Woche, ohne fremde Hilfe aus. Sie lieben ihren Beruf und stehen heute noch hinter ihrem vor einigen Jahren gefassten Entschluss. Dem Rückgang der in Deutschland erzeugten Milchmenge können sie zwar nur in bescheidenem Maß entgegenwirken. Der inzwischen wieder etwas angestiegene Milchpreis lässt sie aber auf eine in Zukunft leicht verbesserte Rendite hoffen.

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