Rheinpfalz Zur Sache: Wer das Museum trägt und finanziert

Träger des 1996 eröffneten Deutschen Schuhmuseums Hauenstein – dessen Name übrigens geschützt ist – war bis 2004 die Gemeinde Hauenstein, der auch die Denkmal geschützte Immobilie gehört; seit 2004 trägt eine Stiftung das Museum. Erste Mitglieder wurden die Gemeinde Hauenstein und der Landkreis Südwestpfalz, 2007 kam der Bezirksverband Pfalz hinzu; die Verbandsgemeinde Hauenstein unterstützt das Museum, indem sie dessen Verwaltungsgeschäfte führt. Der Stiftungsrat aus 25 Mitgliedern bestimmt die Richtlinien; Vorsitzender ist laut Satzung der jeweilige Hauensteiner Ortsbürgermeister. Ausführendes Organ ist der Stiftungsvorstand, dessen Vorsitzender seit 2004 Museumsleiter Willy Schächter ist, der zuvor Ortsbürgermeister von Hauenstein war; Gerhard Winter und Asmus Kaufmann (Sportbund) sind seine Stellvertreter. Die Finanzierung Zu den festen jährlichen Einnahmen trägt der Bezirksverband 60.000 Euro bei, die Ortsgemeinde 28.000 Euro und der Landkreis 7500 Euro; der Sportbund leistet 9000 Euro für den Unterhalt des seit 2011 bestehenden Sportmuseums. Dazu kommen variable Einnahmen. Für das Haushaltsjahr 2016 sind geplant: 96.000 Euro durch Eintrittskarten, 14.000 Euro durch Führungen, 19.500 Euro durch den Shop. Größte Ausgaben sind Personalkosten (79.850 Euro), wobei das Museum nur zwei halbe Stellen (Hausmeister und Sachbearbeiterin) fest finanziert und alles andere – auch die Leitung – durch Ehrenamtliche und die „Sonntagsfrauen“, die pro Stunde bezahlt werden, gestemmt wird. Dazu kommen Posten wie Gebäudeunterhaltung (19.000 Euro), Bewirtschaftungskosten mit Heizung (41.000) und Umbauten für Ausstellungsbereiche (10.000), Werbung (10.000), Sachausgaben für Sonderausstellungen (5000). Unterm Strich wird für 2016 aus dem Betrieb mit einem Überschuss von 37.370 Euro kalkuliert. Dieser soll zum einen den Finanzbedarf aus dem Investitionshaushalt (18.650 Euro) decken und zum anderen einen Teil des seit 2013 bei der VG aufgelaufenen Liquiditätskredits (57.900 Euro) tilgen. Dieser stammt vor allem aus dem Dachausbau 2013 und der WM-Schau 2014; hinzu kam 2015 ein leichter Besucherrückgang, den Museumsleiter Willy Schächter vor allem auf die B-10-Sperrungen und das heiße Wetter zurückführt. Auf dem Kapitalmarkt werden laut Schächter generell keine Kredite aufgenommen. In den Folgejahren soll möglichst sparsam gewirtschaftet werden, um den Kassenkredit weiter zu tilgen. Ab 2018 sollen dann wieder mehr Mittel für museale Umbauarbeiten zur Verfügung stehen. (tre)