Rheinpfalz Zur Sache: Große Zugunglücke

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Zugunglücke in der Pfalz hatte es auch vor der Katastrophe von Hauptstuhl-Bruchmühlbach gegeben. Am 9. Februar 1917 sogar auf derselben Strecke zwischen Kaiserslautern und Saarbrücken. Nach einem Fliegerangriff war zwischen Homburg und Limburg ein Zug aus den Gleisen gesprungen und umgekippt. Dass Personen bei diesem Zugunglück zu Schaden kamen, ist jedoch nicht bekannt. Eine der schlimmsten Eisenbahn-Katastrophen in Europa ereignete sich im selben Jahr, am 12. Dezember 1917, auf einer Gefällstrecke in der französisch-italienischen Gebirgsregion. Ein mit 900 Soldaten überladener Truppentransporter konnte nicht mehr abgebremst werden, die Lokomotive riss ab, die auch mit Munition beladenen Waggons brannten aus. Ungefähr 700 Soldaten starben bei dem Unglück. „Eisenbahn-Verkehr stellte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts für die Bevölkerung ein außergewöhnliches Ereignis dar“, erklärt Landesarchivleiter Walter Rummel. „Eisenbahnen bildeten das erste Massenverkehrsmittel der Moderne. Sie waren die ersten Fahrzeuge, die den traditionellen Verkehrsraum in anderen Dimensionen durchquerten und damit wirtschaftlich wie kulturell erschlossen.“ „Unglücke mit diesem Symbol der Moderne verursachten daher große Aufregung“, macht der Archivar deutlich. „Hinzu kommt die strategische Bedeutung. Besonders die militärische Logistik des Ersten Weltkriegs wäre ohne Eisenbahnen nicht möglich gewesen.“

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