Rheinpfalz Zur Sache: Der Fall in Essen

Die Entscheidung der Essener Tafel, nur noch Bedürftige mit deutschem Pass als Neukunden zuzulassen, hat für eine bundesweite Debatte gesorgt. Die Tafel begründete den Aufnahmestopp für Ausländer mit deren hohem Anteil an den Kunden. Viele Deutsche hätten sich nicht mehr dorthin getraut. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich von der Entscheidung der Tafel distanziert. Doch es war nicht nur die Kanzlerin, die Kritik übte. ZDF-Moderatorin Dunja Hayali wählte auf Facebook diese Worte für den Aufnahmestopp der Essener Tafel für Ausländer: „Die Essener Tafel hat die denkbar schlechteste Möglichkeit gewählt, ein Problem zu lösen. Es ist nicht besonders schlau, am unteren Ende unserer Gesellschaft ,Hunger Games’ zu veranstalten und Deutsche gegen Ausländer auszuspielen. Also Menschen gegen Menschen.“ Jörg Sartor, Chef der Essener Tafel, ließ sich die Kritik nicht gefallen. Er warf Politikern vor, dass sie nicht informiert seien. Seiner Meinung nach sollten sie mal vor Ort mitarbeiten, bevor sie sich äußern. Sartor hat mittlerweile viel Unterstützung für seine Haltung bekommen. Umgekehrt sind die Äußerungen Merkels und Hayalis stark kritisiert worden.
