Rheinpfalz Zu wenig Plätze in Kindergärten

In Hauenstein sind die Kindergartenplätze knapp. Darauf hatte in der letzten Sitzung des Ortsgemeinderates Ratsmitglied Susanne Münch aufmerksam gemacht. Die Situation an den Hauensteiner Kindertagesstätten St. Hedwig und St. Elisabeth sei allerdings „nicht dramatisch“, merkte Ortsbürgermeister Bernhard Rödig auf Anfrage der RHEINPFALZ an. Bei den vorgetragenen Kapazitätsproblemen der beiden Kitas, die sich in kirchlicher Trägerschaft befinden, handle es sich um einen „vorübergehenden Engpass“.
Einschätzung wird bestätigt durch eine Stellungnahme der Kreisverwaltung, die Sprecherin Ulla Eder der RHEINPFALZ zur Verfügung stellte. „Die Kreisverwaltung hat die Situation im Griff“, heißt es da. Es sei zwar „zutreffend, dass es in Hauenstein einen Engpass an Kita-Plätzen gibt“, teilte sie weiter mit. Dieser Engpass sei „bedingt durch eine außergewöhnlich hohe Zahl von Kindern im klassischen Kindergartenalter (drei Jahre bis Einschulung)“. Für diese Kinder müsse vorübergehend auch auf „Plätze zurückgegriffen werden, die eigentlich für jüngere Kinder vorgesehen sind“. „Mitte 2016 wird sich die Situation wieder entspannen“, teilt Eder weiter mit. Aktuell seien zwar alle vorhandenen Plätze belegt. Aber: „Außer für ein Kind, für das aktuell noch nach einer Lösung gesucht wird, konnten bisher alle bei der Kreisverwaltung vorgetragenen Probleme hinsichtlich der Erfüllung des gesetzlichen Platzanspruchs gelöst werden.“ Mit dem Landesjugendamt sei der Platzengpass besprochen. Die Zustimmung zu geringfügigen Überbelegungen von Gruppen im dringenden Bedarfsfall sei in Aussicht gestellt worden, sei jedoch bisher nicht notwendig gewesen. Die Kreisverwaltung habe in Verhandlungen mit dem Träger der Kindertagesstätten angeregt, eine vorhandene altersgemischte Gruppe mit 15 Plätzen (für Kinder von Geburt bis zur Einschulung) in eine klassische Kindergartengruppe mit 25 Plätzen (für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr bis zur Einschulung) umzuwandeln. Wie Pfarrer Gerhard Kästel mitteilte, habe der Verwaltungsrat der katholischen Pfarrgemeinde dieser Umwandlung zugestimmt, sodass in der Kita St. Elisabeth nun 75 Kinder betreut werden können. Nach dieser Maßnahme stehen im Kindergartenjahr 2015/16 zwar für insgesamt 106 Drei- bis Sechsjährige 115 Plätze zur Verfügung, es fehlen aber für U3-Kinder rechnerisch – das heißt, wenn alle U3-Kinder einen Kita-Platz in Anspruch nähmen – acht Plätze. Dass alle rechnerisch möglichen Plätze in Anspruch genommen werden, sei aber „sehr unwahrscheinlich und eine rein theoretische Annahme“, so die Kreisverwaltung. Die Kreisverwaltung werde aber gegebenenfalls „bei jedem einzelnen Kind nach individuellen Lösungen in Absprache mit den Eltern suchen, wenn die Plätze in der Heimatkindertagesstätte belegt sind“. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz müsse aber nicht zwangsläufig in der Kindertagesstätte am Wohnort erfüllt werden, sondern „lediglich im Gebiet der betroffenen Gebietskörperschaft, also im gesamten Landkreis“. Für Hauenstein wird im Kita-Jahr 2016/17 nach den derzeit vorliegenden Zahlen der Kapazitätsengpass beseitigt sein: Einem Maximalbedarf von 101 Plätzen für drei- bis sechsjährige Kinder steht ein Bestand von 106 Plätzen gegenüber. Für U3-Kinder stehen dann bei einem rechnerischen Bedarf von 20 Plätzen insgesamt 31 Plätze zur Verfügung. (ran)