Eisenberg Zu Artisten avanciert

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Dawit jongliert mit drei gelben Bällen und Reza düst mit dem Einrad durch die Sporthalle der Berufsbildenden Schule Donnersbergkreis in Eisenberg. 19 Jugendliche aus zwei Klassen des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) hatten die Chance, in den vergangenen drei Tagen zu Artisten zu avancieren, denn zum achten Mal hatte die BBS den Mitmachzirkus Pepperoni engagiert. Gestern traf man sich zu abschließenden Übungen in der „Manege“.

„Das Ganze macht total Spaß“, sagt Reza. Der 19-jährige Afghane, einer von vier Flüchtlingen, die derzeit im BVJ versuchen, ihren Hauptschulabschluss zu machen, hat alles ausprobiert, beispielsweise auch am Trapez zu turnen. Jetzt lässt er sich von Trainer Jonas Simons den Umgang mit dem Diabolo zeigen. Das Spielgerät mit den zwei Halbkugeln mag Selam besonders gern. Die junge Frau aus Eritrea findet, dass Kunststückchen damit gar nicht so schwierig seien, wenn man das ein bisschen geübt hat. Einrad fahren will die 20-Jährige aber nicht probieren. „Da habe ich Angst“, erklärt sie. „Bei dieser besonderen Form der Freizeitgestaltung könnt ihr eure eigenen Stärken kennenlernen, Grenzen ausloten und zusammen mit anderen etwas erreichen“, sagt der BBS-Standortleiter Harald Knötzsch zu den Teilnehmern des Projektes, das seit 2010 im jährlichen Wechsel an den Standorten Eisenberg und Rockenhausen stattfindet. Die Organisation übernehmen Schulsozialarbeiter Achim Galenschowski sowie die Lehrkräfte Ralf Kleiner und Ulrike Theobald. Finanziert wird das Angebot maßgeblich durch den Rotaryclub Rockenhausen, der dafür jeweils 800 Euro spendiert. Einen kleinen Betrag steuert zudem der Förderkreis der Schule bei. Nein, er habe das vorher noch nie gemacht, versichert Jongleur Dawit, der mit beeindruckender Leichtigkeit mit den Bällen hantiert. Der 18 Jahre alte Afrikaner würde das Erlernte gern weiter perfektionieren. „Du kannst dir Luftballons mit Reis, Sand oder Hirse füllen“, gibt ihm Dieter Krücken vom Zirkus Pepperoni einen Tipp. So müsse er keine acht, neun Euro pro Profiball ausgeben. „Ich kann auch Orangen nehmen“, meint Dawit schmunzelnd. Krücken sucht nun Freiwillige für den Aufbau einer Pyramide. Kleiner geht bereitwillig in den Vierfüßlerstand, um jemanden auf seinen Rücken steigen zu lassen. Nick stellt sich oben drauf. Alles kein Problem. „Innerhalb kürzester Zeit habt ihr hier Erfolge“, sagt Knötzsch, „und wir hoffen, dass ihr von den Erfahrungen etwas mitnehmt fürs Leben.“ |abf

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