Rheinpfalz Ziel: Kontakt mit den Enkeln

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Der Gesetzgeber gibt Großeltern ein Recht, ihre Enkel zu sehen – wenn es denn dem Kindeswohl dient. Und genau dieser Zusatz ist der Haken, an dem Großeltern und selbst Elternteile manchmal hilflos zappeln. Vor eineinhalb Jahren haben sie deshalb die Selbsthilfegruppe „Verlassene Großeltern Kaiserslautern“ gegründet.

Nachdem die RHEINPFALZ im vergangenen Jahr zum ersten Mal über die Initiative berichtet hatte, ist die Anzahl der Mitglieder kontinuierlich gewachsen. Derzeit sind es 24. Allein beim letzten der monatlichen Gruppentreffen seien vier neue Teilnehmer dazugekommen, berichtet Manfred Fischer, Vorsitzender der Kaiserslauterer Selbsthilfegruppe. Anfragen erreichten ihn bisher aus der ganzen Region von Saarbrücken und Pirmasens bis Karlsruhe, von Landau bis hin nach Worms. „Es tut sich nichts“, schilderten Mitglieder bei einem Treffen mit der RHEINPFALZ. Sie meinten damit nicht, dass die Selbsthilfe untätig sei. Im Gegenteil: Sie haben zu Landtagsabgeordneten aller Fraktionen Kontakt aufgenommen, mit Landtagskandidaten gesprochen und den Bürgerbeauftragten eingeschaltet. CDU-Bundestagsabgeordneter Xaver Jung aus Rammelsbach habe beim Gruppentreffen Handlungsbedarf erkannt und daraufhin die Landtagsabgeordnete Marlies Kohnle-Gros (CDU), den Ausschuss für Integration, Familie, Kinder und Jugend des Landtags eingeschaltet, berichteten sie. In der ausführlichen Antwort des Mainzer Justizministeriums auf den Antrag der CDU-Landtagsfraktion findet sich ein Schlüsselsatz, nach dem zu prüfen ist, ob das Kind in der Lage ist, den Konflikt zu bewältigen, der eventuell zwischen Eltern und Großeltern besteht. Konflikte zwischen diesen dürften überhaupt keine Rolle spielen, meinen die Großeltern. „Das Problem ist, dass oft überhaupt kein Konflikt da ist, sondern von einer Seite bewusst einer herbeigeführt wird“, klagte ein Großvater. „Sie (die Eltern) müssen nur einen Konflikt konstruieren, dann kommen sie bei Gericht durch“, so ein anderer. Die Untätigkeit eines Jugendamts wird angeprangert, das weder berate noch vor Gericht eine Stellungnahme abgebe – was dieses erlaube. „Man ist völlig machtlos“, klagte ein Vater. Er habe 14 Jahre mit der Mutter seines Sohnes zusammengelebt, bis diese von heute auf morgen den Kontakt abgebrochen habe. Vom Jugendamt zum Familiengericht bis zur Beschwerde beim Oberlandesgericht: Seit vier Jahren zieht sich das Bemühen um Kontakt einer anderen Großmutter hin, und Manfred Fischers Enkel hat ihm jüngst über einen Rechtsanwalt einen Brief zukommen lassen, dass er von den Großeltern kein Geschenk mehr wünsche. „Da ist doch was faul, dem müsste man doch nachgehen“, finden diese. Aller Widerstände zum Trotz wollen sich die Mitglieder der Selbsthilfe „Verlassene Großeltern“ nicht unterkriegen lassen. „Wir kämpfen weiter in der Erwartung, dass der Paragraf, der Großeltern das Recht auf Umgang gibt, angewendet wird“, sagt Fischer. INFO Die Selbsthilfegruppe „Verlassene Großeltern“ trifft sich an jedem ersten Dienstag des Monats um 17 Uhr im Caritas-Stübchen Ecke Steinstraße/Engelsgasse und ist ausschließlich zu dieser Zeit telefonisch zu erreichen unter Telefon 0631 36120251. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich. Interessierte erreichen Manfred Fischer unter Telefon 06363 1595. Infos im Internet unter verlassene-grosseltern-kl.

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