Rheinpfalz
Wohnen auf den Dächern der Stadt

400.000 neue Wohnungen braucht es, um die Lage am Wohnungsmarkt zu entspannen, nicht insgesamt, sondern jedes Jahr. So lautet der Befund des Wohngipfels der Bundesregierung 2018.
Das Grundproblem: In gefragten Städten fehlt das Bauland. Folgen sind explodierende Grundstückspreise und steigende Mieten. Auch in Rheinland-Pfalz sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren stärker gestiegen als in den Jahren zuvor. Wer 2013 einen Mietvertrag abschloss, musste im Mittel 5,91 Euro pro Quadratmeter zahlen. Im Jahr 2017 lag der mittlere Mietpreis bei 6,69 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 13 Prozent.Wie lässt sich in dieser Lage überhaupt noch bezahlbar bauen? Indem man Wohnungen auf den Dächern der Stadt baut, lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts Hannover: Durch das Aufstocken von Bürohäusern wären 560.000 Wohnungen möglich, in leerstehenden Büros 350.000, Dächer von eingeschossigen Lebensmittelmärkten böten Platz für 400.000 Einheiten, Parkhäuser für 20.000 Wohnungen. Das größte Potenzial bergen allerdings Wohngebäude aus den 1950er- bis 1990er-Jahren. Mit zusätzlichen Stockwerken könnten dort bis zu 1,5 Millionen Wohneinheiten entstehen.
Platz für 142 Studierende
Die Universitätsstadt in der Südpfalz platzt aus allen Nähten. Da kommen die Wohnungsbau-Pläne des Discounters Aldi gerade recht. Das Unternehmen erneuert seinen Markt in der Annweilerstraße und baut darüber in drei Geschossen 126 Appartements für 142 Studierende. Aldi hat eine Kaltmiete von unter zehn Euro pro Quadratmeter versprochen. Außerdem sollen über dem Markt in der Maximilianstraße 32 Ein- bis Dreizimmerwohnungen für weitere 65 Studierende entstehen, diese würden allerdings deutlich teurer. Ein weiterer Wohnblock über einem Discounter mit Tiefgarage ist im Wohnpark am Ebenberg geplant.
