Rheinpfalz Wo sind die Millionen geblieben?

Verschwunden ist angeblich eine Million Euro, vielleicht sind auch ein paar Millionen weg. Es soll sich um das Geld handeln, mit dem die kuwaitischen Touristen die 48 Wohnungen auf dem Kreuzberg bezahlten – eine soll rund 30.000 Euro gekostet haben. Wo das Geld ist, weiß niemand. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit einem Jahr. Sie hofft, bis Ende des Jahres schlauer zu sein. So viel steht fest: Die „Entwicklungsgesellschaft für Konversionsprojekte“ (EFK) besaß acht heruntergekommene Wohnblocks auf dem Kreuzberg. Als Geschäftsführer handelte der Zweibrücker Faris Sadig, der zudem zusammen mit Mohammad Karam Ghaloum Gesellschafter der Firma war. Im späten Frühjahr 2013 verkrachten sich die beiden. Sadig zeigte Ghaloum an und behauptete, jener habe den Verkaufserlös von rund einer Million Euro verschwinden lassen. Ghaloum bestritt dies und behauptete seinerseits, er habe Sadig mehrere Millionen Euro überwiesen, welche dieser ins Ausland geschafft habe. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken ermittelte aufgrund der Anzeige Sadigs. Wie sie gestern auf Anfrage mitteilte, hat sie das Verfahren vorläufig eingestellt. Sie forderte Sadig im März auf, den Streit zivilrechtlich klären zu lassen. Und sie setzte Sadig eine Frist: Er möge innerhalb von neun Monaten eine Klage einreichen. Dem Landgericht zufolge ist das bisher noch nicht geschehen. Klagt Sadig nicht, wird die Staatsanwaltschaft Zweibrücken auch nicht mehr ermitteln. Klagt Sadig aber und es gibt ein Urteil, dann wird die Sache wohl auch strafrechtlich geklärt. Aber es ist noch eine zweite Staatsanwaltschaft an dem Fall dran: Die in Kaiserslautern beschäftigt sich mit Wirtschaftsstrafsachen. Sie prüft, ob sich einer der Beteiligten der Untreue schuldig gemacht hat. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern spricht von einem sehr komplexen Fall. Es sei schwer, das Vermögen der Firma zu ermitteln. Fest stehe, dass Gelder geflossen seien, aber es habe bisher nicht geklärt werden können, für welchen Zweck diese Gelder bestimmt waren. Da es sich um internationale Geldflüsse handele, brauche man noch einige Monate. Die Staatsanwaltschaft hofft, die Zahlungsflüsse bis Jahresende nachvollziehen zu können. (oy)