Kleinsteinhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Kleinsteinhauser Kindergarten vergräbt zum Jubiläum eine Zeitkapsel

Kita-Leiterin Sylvia Ripperger (links) präsentierte Landrätin Susanne Ganster die Zeitkapsel. Die Kinder haben darin Steckbriefe
Kita-Leiterin Sylvia Ripperger (links) präsentierte Landrätin Susanne Ganster die Zeitkapsel. Die Kinder haben darin Steckbriefe platziert.

Den Kleinsteinhauser Kindergarten gibt es seit 50 Jahren. Warum die Kita zur Geburtstagsfeier eine Zeitkapsel vergrub.

In Kleinsteinhausen ist es – zumindest in jüngster Zeit – die erste Zeitkapsel, die im Boden vergraben wird, sagte Ortsbürgermeisterin Martina Wagner (CDU) beim Geburtstagsfest der Kita am Samstag. 50 Jahre alt wird der Kindergarten in diesem Jahr, die große Feier fand bei bestem Wetter und reichlich Sonnenschein statt.

Die Idee zur Zeitkapsel sei in der Kita-Belegschaft aufgekommen, erzählte Wagner. Als es an die Umsetzung ging, durften die 48 Kleinsteinhauser Kindergartenkinder Briefe samt Steckbrief in die Kapsel stecken. Zusätzlich schrieb Wagner etwas zur Historie. Und Landrätin Susanne Ganster legte das Wappen des Landkreises bei, ehe die Kapsel verschlossen wurde und Ganster sie zusammen mit den Kindergartenkindern in der Erde vergrub.

Was passiert mit der Kapsel?

Einen bestimmen Zeitraum, den die Kapsel in der Erde bleiben soll, gibt es nicht. Die Hoffnung ist vielmehr, dass dort irgendwann in vielen Jahren einmal gebuddelt wird und jemand zufällig auf die Kapsel stößt. Wagner kann sich nicht daran erinnern, dass jemand bisher in Kleinsteinhausen beim Bauen eine Zeitkapsel entdeckt habe. „Eher stoßen die Leute auf Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg“, ergänzte sie. Das seien bislang aber eher kleinere Gegenstände gewesen – „zum Glück keine Bomben, da müssten ja wir als Gemeinde für die Beseitigung bezahlen“.

Zum Kita-Geburtstag wurde nicht nur eine Zeitkapsel vergraben. Auch eine Modenschau habe es gegeben, berichtete Sylvia Ripperger, Leiterin des Kleinsteinhauser Kindergartens. Ihre Schützlinge seien schon in die Vorbereitung der Feier involviert gewesen und „hatten richtig viel Spaß dabei“.

Neuer Name für die Kita

Auch eine demokratische Abstimmung hatte es zur Vorbereitung gegeben – denn der Kindergarten bekam auch einen neuen Namen. Künftig trägt er den Beinamen „Zauberwald“. Laut Wagner ist der neue Titel angelehnt an den angrenzenden Scheuerwald. Der habe durchaus etwas Magisches.

Im Jahr 1976 wurde der Kleinsteinhauser Kindergarten gebaut. Ein Jahr zuvor war ein Kita-Zweckverband zwischen Klein- und Großsteinhausen, Riedelberg sowie Walshausen entstanden. An den Start ging die Einrichtung mit zwei Gruppen und 25 Kindern. Den Zweckverband gibt es inzwischen nicht mehr. „In den 90ern kam die Idee auf, jeder Ortsgemeinde 120.000 Mark für einen eigenen Kindergarten zu geben“, berichtete Wagner. Bis auf wenige Ausnahmen werden nur Kleinsteinhauser Kinder betreut. Die Betriebserlaubnis sieht 53 Betreuungsplätze vor.

Kita-Gesetz bereits vor Inkrafttreten erfüllt

Während in den umliegenden Dörfern über An- und Umbauten der Kindergärten gesprochen wird, damit diese die Anforderungen des 2021 in Kraft getretenen Kita-Gesetzes erfüllen, hat man im Kleinsteinhauser Kindergarten die Vorgaben bereits zuvor erfüllt. Nach dem großen Umbau vor zehn Jahren gibt es drei Gruppen, ebenso die notwendigen Schlafplätze und eine Küche, wo täglich Mittagessen zubereitet wird. 2017 gab es zum ersten Mal die Zertifizierung als „Bewegungskita“. Seitdem wird dieses Zertifikat alle vier Jahre erneuert. Im Zweibrücker Land gibt es zwei Bewegungskitas – neben Kleinsteinhausen im Nachbardorf Großsteinhausen. In Zweibrücken gibt es zwei: in der Röntgenstraße und in Mörsbach.

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