Kultur Südpfalz Wo die Männer leiden müssen

Stand-up-Comedy und Big-Band-Sound, so reiten Mirja Boes und die „Honkey Donkey’s“ durch zwei Stunden, in denen sich gespielte Lachnummer an Partylied reihen und bei denen die Akteure das Publikum im Landauer Gloria Kulturpalast bei Laune halten.
Sie sagt Diäten und den Hungerhaken-Models den Kampf an, kneift sich in den Bauch und zeigt ihre „Weihnachts- und Karnevalsschlacke“. Dabei habe sie „gar nichts gegessen, aber viel getrunken“. Dass sie trinkfest ist, beweist Mirja Boes, als sie im Verlauf des zweistündigen Programms mindestens ein Glas Sekt, mehrere Tequilas und eine Flasche Bier verzehrt, ohne mit der Wimper zu zucken oder irgendwie den Faden zu verlieren. Bereits beim ersten Hüpfer der Komikerin auf die Bühne sprang der sprichwörtliche Funke über – vielleicht war er auch schon vorher da. Jedenfalls hatte die Comedy-Frau aus Köln in mehreren Situationen Mühe, ihre eigenen lustigen Geschichten an ihr spaßbereites und heiteres Publikum zu bringen. Als sie zum Brüllen komisch die sicher schmerzhafteste Geschichte ihres Lebens mit einem Bandscheibenvorfall erzählen will, wird sie immer wieder von einer Frau im Zuschauerraum unterbrochen, die ihre eigenen Erfahrungen einwirft. Und weil das Leben eben kein Ponyschlecken ist, müssen in Boes’ Frauenprogramm die Männer leiden. Udo und Thomas zum Beispiel, die in den ersten Reihen saßen und sich dazu bekannten, „freiwillig“ mitgekommen zu sein, wurden dazu verdonnert, während eines Liedes auf der Bühne ein Regal aufzubauen. Romantisch sollte es für eine Frau werden, deren Namen Mirja Boes aus einem Körbchen zog, in das jeder Mann in der Pause einen Zettel legen konnte. Sandra W. war die Auserwählte und ihr Partner Bagis musste sich erst einmal die Schelte anhören, warum er nicht laut gerufen habe, als die Komödiantin nach dem schrecklichsten Vornamen gefragt hatte. Da hatte sich lediglich eine „Karla“ gemeldet, die für die Klage, oft mit dem Zusatz „Kolumna“ bedacht zu werden, ein mitleidiges „Töröööö“ des Trompeters erntete. Den Liebesbrief, den Bagis seiner Sandra während eines Liedes schreiben sollte, fand Mirja Boes eindeutig zu kurz. Die Texte der Lieder, die Mirja mit dem Sextett einflicht, bewegen sich auf Ballermann-Niveau. Versöhnlich wird die Musik durch den anspruchsvollen Big-Band-Sound. Nicht nur in jenem Stück, in dem jeder Musiker einen ausführlichen Solopart auf die Kinobretter legen durfte, bewiesen die „Honkey Donkey’s“ Professionalität auf ihren Instrumenten und komisches Talent. Den Vogel schoss Keyboarder Dirk Schaadt ab, als er in einer hautengen Damenunterhose einen heißen Tanz hinlegte. Zum Schlusslied durften die 15-jährigen Anne und Maxi aus dem Publikum einen Disco-Fox auf der Bühne zeigen. Das Publikum brüllte den ganzen Abend vor Freude und Begeisterung, eine kleine Zugabe gab’s. (srs)