Rheinpfalz „Wir wollen nicht nur verwalten“

Mehr Aufgaben in der Verwaltung, Digitalisierung, Breitband- und Mobilfunkausbau oder auch die Verbesserung der Infrastruktur und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung – das sind die Aufgaben, die laut Bürgermeister Andreas Müller künftig auf die Verbandsgemeinde zukommen. Das machte Müller bei der Jahresabschlusssitzung des Verbandsgemeinderates Lauterecken-Wolfstein in der Gemeindehalle in Medard am Mittwochabend deutlich.
Was die Höhe der Verbandsgemeindeumlage angeht, sagte Müller: „Die Welt dreht sich weiter und wir haben viele zusätzliche Aufgaben. Wir wollen nicht nur verwalten, sondern zum Wohle der Bevölkerung und Betriebe vorankommen.“ Die Entwicklung der Umlage sei positiv, sagte Müller. Man gehe auch für nächstes Jahr von steigenden Einnahmen aus. In 2018 seien zahlreiche kulturelle, touristische und soziale Aktionen erfolgreich verlaufen, und die Kindertagesstätten und Schulen seien toll ausgestattet. Das Bürgerbüro wurde umgebaut, die Öffnungszeiten der VG geändert und in die Kanalsanierung 400.000 Euro investiert. Der demografische Wandel mache auch vor der VG nicht Halt. 20 Prozent der Mitarbeiter sei über 60 Jahre alt, doch man stelle rechtzeitig die Weichen, um junge Mitarbeiter einzustellen. Müller skizzierte einige Aufgaben für die Zukunft. Die Digitalisierung soll auch in der Verwaltung vorangetrieben werden. Bis 2022 sollen möglichst alle Verwaltungsvorgänge bürgerfreundlich, digital zu erledigen sein, entsprechend modern und effektiv will Müller die Verwaltung gestalten. Der Bürgerbus soll bis zum Frühsommer startbereit sein. Ein wichtiger Schritt zur ärztlichen Versorgung sei Anfang der Woche durch die Unterzeichnung eines Mietvertrages für ein Medizinischen Versorgungszentrum in Wolfstein erfolgt (wir berichteten). Man will auf den Ausbau des Mobilfunknetzes drängen – „wir bleiben am Ball“, versprach Müller. Das Feuerwehrhaus Lauterecken werde erweitert und besser ausgestattet. Die Verwaltung sei stark gefordert und habe viele Aufgaben, sodass die Einrichtung einer Stabstelle für einen „Kümmerer“ sinnvoll sei. Müller endete mit einem Appell: „Es läuft nicht immer alles so, wie man sich das wünscht, aber mit gegenseitigem Verständnis und Rücksichtnahme lässt sich Vieles leichter bewältigen“. Seine „garantiert letzte Rede“ hielt Reinhard Wiedemann (SDP), der für alle Fraktionen sprach und nach 30 Jahren im Rat aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden wird. Er gab Müller mit auf den Weg: „Nutze die nächsten Jahre, um die Verbandsgemeinde voranzubringen und noch mehr zu einer Einheit zu verschmelzen“. Einen wichtigen Schritt habe der Rat mit der Vereinheitlichung der Wassergebühren bereits vorgenommen. Ihm sei immer das Wohl der Einwohner am wichtigsten gewesen und es habe sich auch manche unbequeme Entscheidung nicht vermeiden lassen, sagte Wiedemann. Wichtig sei, dass alle Fraktionen an einem Strang zögen. Medards Ortsbürgermeister Albert Graf bat darum, die Umlage nicht zu erhöhen, damit den Gemeinden mehr Geld bleibt. „Es gibt auch irgendwo Grenzen“, befand er. Die Brandstiftungen – 20 seit September 2015 allein in Medard – machten den Bürgern „Angst und Sorge“. Einstimmig wurde beschlossen, dass sich die Verbandsgemeinde an der neuen kommunalen Holzvermarktungs-GmbH Pfalz mit einem Anteil von 3000 Euro beteiligt. Gemäß dem Vorschlag des Werkausschusses, beschloss der Rat einstimmig, für die Jahre 2019 bis 2021 den wirtschaftlich günstigsten Bieter zum Prüfer der Jahresabschlüsse für Abwasserentsorgung und Wasserversorgung zu bestellen. Das Sitzungsgeld wird in diesem Jahr an die Lauterecker Tafel gespendet.