Rheinpfalz Wir sind Familie: Besuch in der guten Stube von Hans Trapp

Er hat offenbar einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, denn sein Name geistert in der Adventszeit noch heute durch die elsässischen Stuben: ”Wenn du nicht brav bist, dann kommt Hans Trapp ...” Dabei ist Hans Trapp - vielmehr: Hans von Trotha - schon Anfang des 16. Jahrhunderts auf seiner Burg, dem Berwartstein bei Erlenbach im Wasgau, gestorben. Bei einem Familienausflug können Alt und Jung auf den Spuren des Ritters wandeln.
Hätten Sie‘s gedacht? Auf die Wand im Rittersaal - heute Gaststätte - haben schon Hans Trapp und seine Vasallen geblickt. Sie gehört zu den ältesten noch vorhandenen Teilen der bereits unter Kaiser Barbarossa existierenden Burg. Die urige Burgküche, die die Ritter versorgte, gibt es ebenfalls noch. Auch der Brunnen, der von Hand in den Fels gehauen über 100 Meter in die Tiefe führt, um in Belagerungszeiten ausreichend Wasser zu haben, ist noch vorhanden. Ein Stockwerk höher sind neben Rüstungen und Waffen die Foltergeräte ausgestellt, mit denen im Mittelalter Geständnisse erzwungen und Geheimnisse buchstäblich herausgepresst wurden. Ganz schön gruselig.
Noch gruseliger wird es dann unter Tage. In den dunklen Felsengängen soll heute noch die ”Weiße Frau vom Berwartstein” umhergeistern. Da freut sich der Besucher, wenn er endlich wieder ans Tageslicht kommt und von einer der beiden Burgterrassen den Blick über die Weiten des Pfälzerwalds schweifen lassen kann.
Der Berwartstein ist über den Winter samstags und sonntags geöffnet und von März bis Oktober jeden Tag. Neben regelmäßigen Führungen bietet die Burg Sonderaktionen wie Führungen im Fackelschein oder Rittermahle an. Seit kurzem sind sogar Übernachtungen auf der Burg möglich. Der Schlafgast hat, sobald die Tagesgäste gegangen sind, die Anlage fast für sich allein, kann sich also ganz wie der Burgherr fühlen - wie einst Kinderschreck Hans Trapp ...