Rheinpfalz Wie gefesselt

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„Wer viel liest, wird irgendwann ein Lesemillionär“, sagte Armin Pongs bei der gestrigen Lesung aus seinen Büchern in der Grundschule in Lauterecken. Der Autor las von 8 bis 13 Uhr für alle Klassenstufen und begeisterte die Kinder mit den Geschichten um ein zahmes Krokodil.

Gespannt lauschten die Kinder dem bayerischen Schriftsteller, der Geschichten aus seiner Bücherreihe „Krokofil“ vortrug. In drei Bänden erzählt er die Abenteuer des zahmen Krokodils. Den Erstklässlern und Zweitklässlern las der Autor aus seinem ersten Buch „Traumländer“ vor, die Dritt- und Viertklässler bekamen ein Kapitel aus dem zweiten Buch der Reihe, nämlich „Das Karussell der Farben“, zu hören. Alle „Krokofil“-Bücher drehen sich inhaltlich um Träume und wie Träume wahr werden können, erklärte Pongs. Man benötige dazu gute Freunde, einen festen Glauben und jede Menge Fantasie. „Krokofil“ hat in jedem Band den gleichen Traum: Es möchte seine beste Freundin Annalisia finden. Es folgt jeweils eine abenteuerliche Reise. Es sei „eine Europareise in Märchenform“, erklärte Pongs. Mal rettet „Krokofil“ einen König, landet unvorhergesehen in einem Kerker oder findet geheime Gänge. Immer wieder nutzte der Schriftsteller Gelegenheiten, die Kinder im Laufe der Handlung anzusprechen. Er stellte Fragen. Wurden in der Geschichte Vorhänge zugezogen, so tat das auch Pongs in der Aula. Wurde eine Tür geöffnet, so öffnete auch der Schriftsteller eine. Er versuchte auch Stimmungen wie Angst oder Verwunderung zu vermitteln. Die detailreich geschriebene Geschichte erwachte so zum Leben und Pongs gelang es dadurch, die Kinder sprichwörtlich zu fesseln. In spannenden Momenten zuckten ein paar zusammen, sie schauten durch den Raum, wenn der Autor auf etwas verwies. Je nachdem, wie sich die Geschichte entwickelte, änderte der Schriftsteller den Tonfall von leise und zurückhaltend bis dramatisch. Sein Anliegen dabei: Die Kinder sollen Fantasie entwickeln und sich die Geschichte vorstellen. „Wer reich an Bildern im Kopf ist, ist eine reiche Person“, sagte er zu den Kindern. Dies seien ihre eigenen Bilder, die ihnen niemand wegnehmen könne. Im Gegensatz zum Fernsehen und Spielen am Computer fördere Lesen die Fantasie. Deshalb ermutigte der Schriftsteller dazu, mehr zu lesen. Pongs ist Psychologe, war mehrere Jahre am Max-Planck-Institut tätig sowie im Bildungsministerium. Nach seiner Erfahrung werde zu wenig gelesen, manche Kinder wüchsen ohne Bücher auf. Diesem Missstand wollte Pongs entgegenwirken und begann auf Anregung seiner Patentochter Kinderbücher zu schreiben und Lesungen zu halten. Auch eine Schreibwerkstatt bietet er an manchen Schulen an, um kreatives Schreiben zu fördern. „Wer nicht liest, wird es später schwer haben“, meinte der Schriftsteller. Fantasie ermögliche Innovation, das sei essenziell für eine Gesellschaft. Nach der Lesung gab es noch eine Quizrunde und ein gemeinsames Lied mit dem Refrain: „Wer liest, wird reich an Bildern im Kopf und wer nicht liest, bleibt ein armer Tropf“. Viele versprachen, künftig weniger fernzusehen und mehr zu lesen. (erf)

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