Rheinpfalz „Werkstätten keine Endstation“

Jutta Fischer übernahm im März die Leitung der Dipro-Betriebsstätte mit Standorten in Kaiserslautern und Ramstein.
Jutta Fischer übernahm im März die Leitung der Dipro-Betriebsstätte mit Standorten in Kaiserslautern und Ramstein.

Mitte März hat Jutta Fischer die Nachfolge von Silvia Riemer angetreten und die Leitung der Dienstleistung und Produktion (Dipro) übernommen. Die Betriebstätte mit Standorten in Kaiserslautern und Ramstein ist Teil der Westpfalz-Werkstätten – mit dem Ziel, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu beschäftigen, individuell zu qualifizieren und bei der (Re-)Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Der Personenkreis, für den sie jetzt zuständig ist, ist ihr nicht fremd. Die neue Position bringt ein breites Spektrum an Aufgaben mit sich. „In erster Linie geht es natürlich um die Menschen in der Dipro. Viele haben eine ganz normale Biografie, bis eine psychische Erkrankung ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt. Wir versuchen, ihnen durch eine Beschäftigung Struktur und Stabilität zu geben und sie in das reguläre Arbeitsleben zurückzuführen. Mit einer Arbeit, die ihren Fähigkeiten entspricht und ihnen auch intellektuell gerecht wird.“ Da sich die Krisensituationen aufgrund der Erkrankung auch oft auf den privaten Bereich auswirken, gelte es, immer den ganzen Menschen in den Blick zu nehmen und ihm auf unterschiedliche Weise zu helfen. „Dazu gehört es, seine Stärken und Schwächen zu erkennen, ihn mit individuellen Maßnahmen zu unterstützen.“ Das bedeutet viel Organisation, immerhin sind bei der Dipro Ramstein etwa 70 Personen beschäftigt und am Standort Kaiserslautern noch mal 60. Dazu kommen der Austausch mit Kollegen, eine enge Kooperation mit der Werkstättenleitung und Kontakte zu den Kostenträgern. Da Fischer bislang Leiterin von Lotse, ambulante Dienste für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, war, ist sie mit dem Ökumenischen Gemeinschaftswerk Pfalz und seinen Strukturen bestens vertraut. Doch nicht nur das kommt ihr nun zugute. Geboren in Mainz und aufgewachsen in Kaiserslautern, hat sie nach dem Abitur 1983 Sozialpädagogik studiert. Aus ihrer Tätigkeit beim evangelischen Gemeindedienst und in der Psychiatrie der Uniklinik Homburg bringt sie Kenntnisse mit. Dazu kommen Zusatzausbildungen im Bereich der Schuldnerberatung und Soziotherapie sowie ein Masterabschluss in Erwachsenenbildung. Besonders im Umgang mit psychisch Erkrankten und deren Problemen bringt Fischer viel Erfahrung mit. Als neue Leiterin will sie den bisherigen Weg der Dipro fortsetzen. „Wir möchten zeigen, dass Werkstätten keine Endstation sind. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass sich die Menschen, die bei uns beschäftigt sind, weiterentwickeln. Außerdem ist es uns wichtig, in der Gesellschaft präsent zu sein.“ Das bedeute, nicht nur mit dem Gemeinschaftswerk, sondern auch mit dem Stadtteil gut vernetzt zu sein und am Leben im Quartier teilzunehmen.

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