Rheinpfalz Wenn unlautere Telefonwerbung eine gute Seite hat

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Die Aufklärung unlauterer Telefonwerbung hat dazu geführt, dass drei Einrichtungen in Waldfischbach-Burgalben mit Spenden in Höhe von insgesamt 2500 Euro bedacht wurden. Das Geld stammt aus einem Vergleich, den die Pfalzgas GmbH mit einer unseriös agierenden Energievermittlungsfirma geschlossen hatte.

Die Waldfischbacherin Edith Linke wurde im Oktober von dieser Firma angerufen. Der Anrufer gab die Firma als Energieberatungszentrale aus und kündigte eine Preiserhöhung der Pfalzgas um 25 Prozent für das Jahr 2015 an, rekapituliert sie das Telefongespräch. Ihr sollte dann auch gleich ein neuer Vertrag zu günstigeren Bedingungen „aufgeschwatzt“ werden. Das Angebot der Firma lehnte sie jedoch trotz massiven Drängens konsequent ab. Der Anrufer sagte daraufhin, dass er die Pfalzgas darüber unterrichten werde, dass sie die bestehenden Konditionen beibehalten wolle – obwohl er zuvor behauptet hatte, dass die Firma im Auftrag der Pfalzgas anrufe. Im Anschluss an das dubiose Gespräch rief sie bei der Pfalzgas an und schilderte den Anruf. Ihr Gasversorger versicherte ihr, dass keine Preiserhöhung vorgesehen sei, und bat um die Telefonnummer des unseriösen Anrufers. Edith Linke übermittelte die Nummer mit Münchner Vorwahl. Als die Pfalzgas über ihren regulären Telefonanschluss anrief, ging bei dem dubiosen Anbieter niemand ans Telefon, erzählt Linke. Erst als die Sekretärin mit ihrem privaten Handy anrief, meldete sich bei der Firma jemand. Mit gezielten Fragen überzeugte man sich davon, dass es sich tatsächlich um dubiose Abwerbungsversuche handelte. Der Vorfall wurde angezeigt. Es sei schwer, solchen Leuten das Handwerk zu legen, sagte Werner Brommko, der in der Leitung und im Vertrieb der Pfalzgas GmbH tätig ist. Edith Linke habe sich bereiterklärt, eine Eidesstaatliche Versicherung über den Vorfall abzugeben, woraufhin die Sache ins Rollen kam. Die Pfalzgas als Mitbewerber dürfe keine Anzeige erstatten, der Verbraucher, eine Verbraucherzentrale oder die Bundesnetzagentur dagegen schon, erläuterte Brommko die Problematik. Besonders ärgerlich fand Edith Linke die Aussage der „äußerst unseriösen Firma“, sie habe sich übers Internet bereiterklärt, solche Anrufe zu Werbezwecken entgegenzunehmen. Als sie dann glaubhaft versicherte, dass sie gar keinen Internetanschluss nutze, bot die Firma einen Vergleich an, mit dem sich die Pfalzgas einverstanden erklärte. Gezahlt wurden 2500 Euro. Da sich die Pfalzgas nicht bereichern wollte, spendete sie die Summe und überließ es Edith Linke, die Empfänger auszusuchen. Je 1000 Euro erhielten der protestantische Orgelbauverein und die evangelische Kindertagesstätte Arche Noah. Weitere 500 Euro gingen an den Tierschutzverein Waldfischbach-Burgalben und Umgebung. Die Kassiererin des Orgelbauvereins, Veronika Wittmann, berichtete über die dringend notwendige Renovierung der Orgel, die bis zu 120.000 Euro kosten soll. Die 26 Mitglieder haben in den vergangenen fünf Jahren einschließlich der jetzt gespendeten 1000 Euro insgesamt 22.000 Euro für die Generalüberholung der Orgel angespart. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Doris Feick, informierte, dass der Verein 10.000 Euro im Jahr für Futter, Medikamente und Tierarztkosten benötige. Die Spende werde für die laufenden Ausgaben des 160 Mitglieder zählenden Vereins genutzt. Die Kindertagesstätte möchte eine zweite Kinderküche in einem der Gruppenräume einbauen, erläuterte die Leiterin der Einrichtung Susanne Stucky-Metz. Für jedes Kind in der Kindertagesstätte hatte Brommko noch einen Plüsch-Pinguin dabei. (jn)

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