Rheinpfalz Wenn Geschichte greifbar wird

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Das Jüdische Museum Berlin präsentiert auf seiner Homepage zur Zeit die Online-Ausstellung „Zwölf von 12.000“, in der Biografien der 12.000 deutsch-jüdischen Kriegsgefallenen vorgestellt werden. Einer der dabei Porträtierten ist Leo Roos, der 1886 in Brücken geboren wurde und 1917 in Flandern fiel.

Anlass für die Online-Ausstellung ist der 100. Jahrestag des Ersten Weltkrieges und der berüchtigten „Judenzählung“ vom Oktober 1916. Auf der Internetseite des Jüdischen Museums Berlin kann man die Schicksale von zwölf der insgesamt 12.000 deutsch-jüdischen Kriegsgefallenen nachvollziehen. Einer dieser „Zwölf von 12.000“ ist der in Brücken geborene Leo Roos. In der Online-Ausstellung kann man nicht nur Bilder von ihm und seinen Kameraden sehen, Feldpost und andere Dokumente vermitteln einen eindrucksvollen Einblick in die Schrecken des Ersten Weltkrieges. Anhand der veröffentlichten Dokumente entsteht ein Bild des Menschen Leo Roos, der anfangs noch voller Patriotismus dem nahenden Krieg entgegensah, sich aber auch gleichzeitig Sorgen um die Familie zu Hause machte – denn den Kriegsausbruch erlebte Roos als 17-Jähriger in Frankfurt am Main, wo er eine Banklehre absolvierte. Zu Hause in Brücken betrieb der Vater Bernhard Roos einen kleinen Viehhandel und die Mutter Rosa kümmerte sich um das familieneigene Geschäft für Manufaktur- und Kurzwaren. Am 12. Oktober 1917 fiel Roos, tödlich verletzt durch ein Artilleriegeschoss. Sein letztes Lebenszeichen ist eine Feldpostkarte, die er drei Tage zuvor an seine Eltern schickte. Darin schrieb er, dass es ihm „gesundheitlich Gott sei Dank noch gut“ gehe. Auch die Mitteilung seines Batterieführers Brüggemann mit der Nachricht über den Tod von Leo Roos ist eines von vielen Dokumenten, die in der Online-Ausstellung zu sehen sind. Ein weiteres Schriftstück verdeutlicht einen tragischen Moment im Leben von Julius Roos, Leos jüngerem Bruder, der ebenfalls im Ersten Weltkrieg kämpfte: Als er Leo am 15. Oktober 1917 in Westflandern besuchen wollte, erhielt er die traurige Nachricht vom Tod seines Bruders. „Insgesamt bewahrt das Archiv des Jüdischen Museums Berlin mittlerweile etwa 1800 solcher Familiensammlungen und Nachlässe von jüdischen Familien aus Deutschland. Die meisten kamen als Schenkungen ins Haus und wurden uns aus dem Ausland gestiftet“, informiert Jörg Waßmer aus dem Archiv des Jüdischen Museums Berlin. „So auch im Falle der Familie Roos: Stifter der Sammlung ist der dritte Bruder Walter Roos, der 1917 in Brücken geboren wurde und 2014 in Albany (USA) starb“, fügt Waßmer hinzu. Alles in allem bestehe die Sammlung zur Familie Roos aus rund 150 Dokumenten, Fotografien und anderen Objekten. Doch nicht nur im Internet findet man Informationen zum Leben von Leo Roos und seiner Familie, auch im jüdischen Museum in Steinbach gibt es Exponate. „Wir haben der Familie Roos zwei Vitrinen gewidmet“, erklärt Josef Wintringer, Vorsitzender des Steinbacher Heimatvereins, der das Museum betreut. „Außerdem wurden sowohl Leo Roos als auch sein Vater und Großvater auf dem jüdischen Friedhof in Steinbach beerdigt“, fügt Wintringer hinzu. Info Die Online-Ausstellung ist unter www.jmberlin.de/12-von-12000 zu finden. Das Jüdische Museum in Steinbach am Glan ist von März bis Dezember immer am ersten und dritten Sonntag des Monats von 15 bis 17 Uhr geöffnet – ab Dezember nach Vereinbarung. Weitere Informationen im Internet unter www.j-museum.vg-glm.de, per E-Mail an info@vg-glm.de, oder unter Telefon 06383 92170. |dbu

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