Rheinpfalz Wenig Fürsprache für den erhofften Zweier

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LAUTERECKEN. Wie geht es weiter mit dem protestantischen Kirchenbezirk Lauterecken, nachdem dessen Synode sich überraschend nicht für den Fusionsentwurf mit Otterbach, Rockenhausen und Winnweiler ausgesprochen hat? Klar ist: Lauterecken muss fusionieren, denn der Kirchenbezirk ist zu klein. Mit wem, das beschließt jetzt die Kirchenregierung in Speyer. Heute tagt und entscheidet zunächst einmal die Otterbacher Synode.

„Über die Fusion der Kirchenbezirke entscheidet nach unserer Kirchenverfassung ausschließlich die Kirchenregierung“, sagt Wolfgang Schumacher, Pressesprecher der Protestantischen Landeskirche, auf Anfrage. Dabei würden die Stellungnahmen und Voten der Kirchenbezirke auch im Blick auf die gesamte Landeskirche berücksichtigt. Noch seien nicht alle Stellungnahmen eingegangen. So tagt beispielsweise erst heute die Synode des Kirchenbezirks Otterbach. In die Entscheidung der Kirchenregierung einfließen werden auch die Voten der Bezirkskirchenräte. Der Bezirkskirchenrat Lauterecken habe sich bereits dem Synodenvotum angeschlossen, sagte Dekanin Diana Lipps der RHEINPFALZ. Wie berichtet, hatte die Synode nicht für den von der Landeskirche ausgearbeiteten Fusionsentwurf gestimmt. Von 20 Stimmberechtigten hatten sich zehn dagegen ausgesprochen. Gleichzeitig hatte die Synode dafür votiert, nur mit Otterbach fusionieren zu wollen. Lipps sagte, sie habe durchaus mit einem knappen Ergebnis gerechnet. „Knapp, aber vielleicht eher in die andere Richtung“, räumte sie eine gewisse Überraschung ein. Allerdings stellte sie auch klar, dass es stets nur um Verhandlungen gegangen sei. Das Kirchenparlament hatte sich 2012 – ebenfalls knapp – für ergebnisoffene Fusionsgespräche ausgesprochen. Nach Angaben von Lipps macht sich die Kritik an der Größe des möglicherweise entstehenden Viererbezirks fest. „Davon sind viele abgeschreckt“, ist die Dekanin überzeugt. Lauterecken ist der zweitkleinste Kirchenbezirk der Landeskirche. Nach einer für Mitte 2016 geplanten Umsetzung eines Viererkonstrukts würde der größte Kirchenbezirk mit rund 55.000 Gemeindemitgliedern in 49 Kirchengemeinden entstehen. Dem aus Lauterecken geäußerten Argument, Kirche sei dann nicht mehr nah genug an den Menschen, widersprach jetzt der Speyerer Oberkirchenrat Gottfried Müller. Kirchliche Heimat seien die Gemeinden, nicht die Bezirke, betonte er gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Müller zeigte sich erstaunt über das Abstimmungsergebnis. Dieses sei nur begrenzt nachvollziehbar, da er bezüglich der Viererfusion bisher überwiegend positive Rückmeldungen aus Bezirken und Kirchengemeinden erhalten habe. Lautereckens Werben in Richtung Otterbach, mit dem es bereits das Verwaltungsamt teilt und eine von vielen Seiten gelobte Jugendzentrale betreibt, wird vom dortigen Dekan Matthias Schwarz allerdings eher zurückhaltend aufgenommen. Schwarz sagte, er halte die große Lösung für zukunftsfähiger, auch mit Blick auf die demografische Entwicklung. Erstaunt von dem Votum aus Lauterecken zeigte sich Michael Pernt-Weigel, Dekan des Kirchenbezirks Winnweiler. Die Entscheidung der Synode habe ihn sehr überrascht, sagte er der RHEINPFALZ. In Winnweiler hätten sich alle Gremien mit deutlicher Mehrheit für den Fusionsentwurf ausgesprochen. Sogar einstimmig war die Abstimmung in der Synode in Rockenhausen verlaufen. „Wir werden den begonnenen Weg weiter beschreiten“, kündigte Dekan Christian Rust an. Als kleinster Kirchenbezirk in der Pfalz zeigt sich Rockenhausen einsichtig, Verwaltungsaufwand zu begrenzen. „Ein Dekanat ist lediglich eine Verwaltungsebene“, stellt Rust klar. Pfarrstellen würden von einer Fusion – zunächst – nicht berührt. Die Entscheidung über die Zukunft des Lauterecker Dekanats liegt nun in Speyer. Ob ein Vierer-Konstrukt an Lauter und Alsenz – der Name steht noch nicht endgültig fest – entstehen soll, wird die Kirchenregierung frühestens bei ihrer nächsten Tagung am 18. Dezember beschließen. (suca)

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