Rheinpfalz Weinschorle muss sprudeln

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HINTERWEIDENTHAL. „Ja so än guuder Palzwoi, der laaft äm in de Hals noi“, heißt das bekannte Pfälzer Weinlied im Dreivierteltakt. Ganz und gar nicht mundete hingegen dem Bad Bergzaberner Jürgen Greiner eine Weinschorle im Landgasthof „Am Frauenstein“ an der B 10 bei Hinterweidenthal.

„Die Schorle war mit stillem Wasser gemixt worden“, behauptet der Südpfälzer und fügt hinzu: „Entweder die wollten Geld sparen oder es ist dort unbekannt, wie die Schorle in der Pfalz gemacht wird.“ Der Juniorchef der Landgasthofs, Steffen Brand, widerspricht: „Es wurde zwar kein Mineralwasser, jedoch Tafelwasser, versetzt mit Kohlensäure, verwendet.“ Hier steht also Behauptung gegen Behauptung. Der Weinschorlevorfall ereignete sich am Donnerstag vorvergangener Woche. Eine Reisegruppe aus der Südpfalz unternahm einen Tagesausflug und kehrte absprachegemäß zum Abendessen gegen 18 Uhr im Landgasthof „Am Frauenstein“ ein. Jürgen Greiner entschied sich für das Pfälzer Nationalgetränk und merkt sofort, dass da etwas nicht stimmt. Er reklamiert beim Kellner. „Und dafür habe ich dann auch noch fünf Euro zahlen dürfen. Das wäre alles nicht so schlimm gewesen, hätte der Kellner auf meine Frage hin anständig geantwortet“, ärgerte sich Greiner auch über die seiner Ansicht nach „unwirsche“ Beantwortung der Frage, ob die Schorle mit Mineralwasser gemacht worden sei. „Das Wasser kommt aus dem Hahn“, habe dieser kurz und genervt erklärt. „Ich wurde von dem Ober informiert, er ist sehr kompetent. Fakt ist aber, dass die gesamte Reisegruppe bereits beim Betreten unseres Lokals sehr genervt gewesen war“, so Brands Wahrnehmung. Zur Sache selbst informiert er, dass bei ihm kein Mineralwasser zum Einsatz komme, sondern in der Tat ein Tafelwasser, genauer gesagt Bonaqua. Es dürfe nicht Mineralwasser genannt werden, weil das Produkt der Firma Coca-Cola nicht aus einer Quelle gewonnen werde, sondern aus einem Abfüllbetrieb stamme, der sein Wasser von den jeweiligen Stadtwerken beziehe, also Leitungswasser als Grundlage habe. Das verwendete Bonaqua habe gesprudelt, habe also auch Kohlensäure beinhaltet, versichert Brand. Ihm sei sehr wohl klar, wie eine Pfälzer Schorle gemacht werde. Der ganze Ärger beruhe wohl auf einem „kommunikativen Missverständnis“, vermutet er. Greiner bleibt dabei: Für seinen Geschmack fehlte die Kohlensäure in der Weinschorle – egal, wie das verwendete Wasser auch immer genannt wird oder wo es herkommt.

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