Rheinpfalz Wasserwelt im Kurpark

Placeholder-Image

Die Gewässer der Stadt zurückzuerobern und Erlebnisräume für Jung und Alt zu schaffen, ist das ideelle Ziel der Offenlegung des Erlenbachs im Kurpark in Bad Bergzabern, dem jetzt mit einer erweiterten Planung Rechnung getragen werden soll. Ein erster Förderscheck des Umweltministeriums über 244.000 Euro wurde am Dienstag überreicht. Die derzeit geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Baubeginn soll 2017 sein. 2010 beschloss der Stadtrat, den Erlenbach im Kurpark wieder offenzulegen. Wenn alles nach Plan läuft, soll 2020 alles fertig sein. Der Scheck, den Thomas Griese, Staatssekretär im Umweltministerium, überreicht hat, soll für die Planungskosten verwendet werden. Die ursprüngliche Planung der Offenlegung wurde vom Büro Teambau (Bad Bergzabern) auf Wunsch des Ministeriums, das die Maßnahme aus dem Landesprogramm „Aktion Blau plus“ zur Gewässerrenaturierung mit 90 Prozent fördert, um Erlebnisräume erweitert. Dadurch haben sich sowohl die Kosten von einst 1,9 Millionen Euro, als auch der Baubeginn, der bereits in diesem Jahr sein sollte, geändert. Zudem wird eine größere Fläche benötigt. Durch die Erweiterung der Planung werden jetzt gut 11.000 Quadratmeter Fläche, statt ursprünglich gut 3000 Quadratmeter des rund 41.000 Quadratmeter großen Kurparks benötigt. Die aktuelle Planung stellte Hiltrud Moster-Schug vom Planungsbüro Teambau in Bad Bergzabern vor. Vom Schwanenweiher aus soll der Erlenbach in einer Länge von knapp 800 Metern und einer Breite von acht bis 15 Meter durch den gesamten Kurpark bis zur Therme offengelegt werden. Der Parkplatz am Schwanenweiher wird um sieben Parkplätze auf 16 reduziert, zwei Busparkplätze stehen dann noch zur Verfügung. Die Offenlegung erfolgt auf rund 400 Meter öffentlichem Gelände, 380 Meter führen durch den Park des Hotels Friedrichsruhe, das im Besitz von BS Immobilien ist. BS steht für die Immobilienunternehmerin Birgit Scherer. Auf der Rasenfläche der Friedrichsruhe soll einer von drei Erlebnisbereichen entstehen, erläuterte Moster-Schug. Der bestehende Teich wird nach Osten verschoben, eine rund 150 Quadratmeter große Seebühne und ein Platz mit Treppen zum Bach sollen gebaut werden. Ein weiterer Erlebnisbereich ist mit Spielgeräten für Kinder geplant, eine Sandfläche, Liegestühle und Trittsteinen zum Wasser als Entschleunigungsoase. Zu dem vom Seniorenbeirat geplanten Mobilitätsplatz an der Wassertrete kommt ein Aussichtssitz. Ein beidseitiger Steg bei der Therme und eine Trinkstelle für das Heilwasser aus der Petronella-Quelle sind ebenfalls Teil der Planung. „Am Ende werden Kaskaden und eine kleine Wasserfläche entstehen, bevor der Erlenbach wieder im Untergrund verschwindet“, erläuterte Moster-Schug. Ein kleiner Teil des durch die Stadt führenden Bachlaufs ist am Gasthaus zum Engel in der Nähe des Schlosses zu sehen. „Die Ausführungsplanung hat begonnen, im Herbst 2016 ist der Baubeginn auf dem Gelände der Friedrichsruhe geplant, ein Jahr später im Kurpark“, stellte Moster-Schug den Zeitplan vor. „Es geht darum, ein Stück der Sünden der Vergangenheit, als die Bäche in Betonrohren verschwanden, wieder gutzumachen“, so Staatssekretär Thomas Griese zum finanziellen Engagement des Umweltministeriums. Wasser als Element des täglichen Lebens schaffe Aufenthalts- und Lebensqualität. Das Gewässer der Stadt Bad Bergzabern wieder „zurückzuerobern“ halte er für eine zukunftsweisende Idee, die mit dem im vergangenen Jahr eingeführten Wassercent, den Abnehmer großer Mengen Wasser bezahlen, finanziert werde, so Griese. „Im Rahmen des Prädikats der Stadt Heilklimatischer Kurort ist diese Maßnahme sicher eine enorme Aufwertung“, freute sich Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig (CDU). (pfn)

x