Rheinpfalz Wasserfässer als Bollwerk

Bereit fürs „Winefestival 2017“: Spiegelpalast und mediterraner Garten auf dem Hetzelplatz in Neustadt.
Bereit fürs »Winefestival 2017«: Spiegelpalast und mediterraner Garten auf dem Hetzelplatz in Neustadt.

«Neustadt.» Wie viele Besucher kommen wirklich zum Winzerfestumzug während des Deutschen Weinlesefests, das heute startet? Dieser Frage will die Tourist, Kongress und Saalbau (TKS) GmbH am 8. Oktober mit einer speziellen Kamera nachgehen. Sollten es weniger sein als stets geschätzt, könnten sich die Kosten für das zwingend notwendige Sicherheitskonzept reduzieren. Zumindest im nächsten Jahr.

Bereits 2016 waren die Sicherheitsvorkehrungen für das Weinlesefest in Neustadt verschärft worden. Damals wie heute gab es zwar keine erhöhte Gefahrenlage, doch gehört die Sicherheitsfrage mittlerweile bei großen Festen dazu. Das betrifft möglichen Terror, aber auch Extremwetterlagen. Die Maxime: Völlige Sicherheit gibt es nicht, und jeder Gast hat ein allgemeines Lebensrisiko – trotzdem muss der Veranstalter vorsorgen, insbesondere konkrete Maßnahmen für Ereignisfälle ergreifen. Während des Weinlesefests bedeutet das eine große Präsenz von Polizei, Ordnungsamt und privaten Sicherheitsdiensten im Auftrag der TKS, freiwillige Taschenkontrollen und spezielle Wasserfässer, die an neuralgischen Punkten verhindern sollen, dass ein Fahrzeug durchbricht. Standorte sind zum Beispiel Post- und Bahnhofstraße Richtung Kerwe oder Ecke Landauer-/Gutenbergstraße in Richtung Spiegelpalast. Während des Winzerfestumzugs kommen weitere dazu, zudem werden an sieben Stellen auf Ausfallstraßen Fahrzeuge von Bauhof, Stadtwerken und der Gerst Bau GmbH als Bollwerk dienen. Beim Winzerfestumzug gibt es zudem Videoüberwachung, diesmal durch die Polizei: Kameras hängen bei der Ehrentribüne am Bachgängel-West und am Strohmarkt. Eine besondere Kamera wird am Prunkwagen der Pfälzischen Weinkönigin installiert: Anhand ihrer Bilder soll die Besucherzahl realistischer eingeschätzt werden können. Änderungen gab es zudem bei den 32 Ausschankstellen entlang der Zugstrecke. Je nach Brandgefahr, Stichwort Fritteuse, wurde vom Ordnungsamt der Abstand zu Nachbargebäuden abgeklärt. In mehreren Sitzungen haben TKS, Polizei, DRK, THW, Feuerwehr, Ordnungsamt und Sicherheitsdienste die Strategie festgelegt; als Basis diente ein Konzeptentwurf, den die Projektmanagerin Brigitte Rottberg erstellt hatte. „Sie hat Erfahrung mit diesen Veranstaltungen und kennt Neustadt wegen früherer Einsätze“, so TKS-Geschäftsführer Martin Franck. Billig sei all das aber trotzdem nicht. Laut Franck liegen allein die Kosten für die „weiße Schiene“, also für die Betreuung durch DRK und Notärzte, derzeit bei rund 15.000 Euro. Auch deshalb, weil das Personal aus Gründen der Sicherheit aufgestockt, dabei aber auch auf Kräfte von außen zurückgegriffen werden müsse. Könnte die Besucherzahl künftig niedriger angesetzt werden, würde das den Aufwand und damit die Kosten senken. Noch Fragen? Das Weinlesefest startet heute. Die Kerwe ist ab 13 Uhr geöffnet, der mediterrane Garten (Hetzelplatz) ist wie die Haiselscher ab 11 Uhr offen, der Spiegelpalast ab 17 Uhr. Dort ist ab 21 Uhr die After-Concert-Party (Ticketpflicht) zum Eröffnungskonzert in der Stiftskirche.

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