Rheinpfalz „Was will man mehr?“
Alle Jahre wieder – die Bundesstraße 270 gehörte gestern zwischen der Gartenschau in Kaiserslautern und Lauterecken erneut den Radfahrern. Der Erlebnistag Autofreies Lautertal lockte mit großem kulinarischem Angebot bei bestem Sommerwetter tausende Besucher in die Westpfalz. Auch Mitarbeiter Tim Altschuck ließ sich nicht lumpen und fuhr die Strecke von etwa 30 Kilometern hin und auch wieder zurück.
Ein weiteres Mal hatten die Veranstalter Glück mit dem Wetter: Petrus schickte blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein als perfekte Voraussetzungen für eine Radtour. Die meisten waren natürlich mit dem Fahrrad auf die Piste gegangen, aber auch auf Inlineskatern oder gar zu Fuß bewältigten viele die Strecke. Und sie sollten weder verhungern noch verdursten. In 14 Ortschaften entlang der Bundesstraße kümmerten sich erneut um die 50 Vereine um das leibliche Wohl aller Besucher. Auch Kunst und Kultur sollten nicht zu kurz kommen. Bereits vor der offiziellen Eröffnung säumten etliche Fahrer das Lautertal. Vor allem, weil es sich zur früheren Stunde noch etwas entspannter fahren lässt. Das Ziel, Lauterecken, war somit schnell erreicht. Bei Frischgezapftem, frischen Kartoffelpuffern und allerhand Gegrilltem stärkten sich die Besucher hier für die Weiterfahrt. „Ganz schön viele Amerikaner hier“, bemerkt ein Radler am Nachbartisch. „Klar, das kennen die ja so nicht, für sie ist das doch klasse hier“, antwortet ein anderer. In der Tat schien Englisch neben Pfälzisch die zweite Hauptsprache zu sein und die amerikanischen Gäste genossen die Westpfälzer Spezialitäten. In den vergangenen Jahren wurde allerdings auch viel Werbung auf Englisch gemacht, sodass die Amerikaner auch informiert waren. Auf der ganzen Strecke war die gute Laune der Besucher spürbar, viele waren wieder in kleineren Gruppen unterwegs und zogen von Ort zu Ort. Musik, meistens live, gab es überall, egal ob in Lohnweiler oder Heinzenhausen. Auch in Oberweiler-Tiefenbach war wieder Hochbetrieb auf dem Festplatz. Caroline Mysliwiec und Julian Linn waren mit dem Zug nach Lauterecken gefahren und rollten das Feld nun von hinten auf. In Oberweiler-Tiefenbach machten sie Rast. „Es ist einfach schön. Viele Leute, gutes Wetter, was will man mehr?“, sagte Mysliwiec. Einzig die „Rennfahrer“ nervten ein wenig, fand Linn. Er hatte allerdings ganz andere Probleme: „Es ist immer wieder deprimierend, von Senioren auf ihren E-Bikes überholt zu werden“, erzählte er lachend. Vor allem auch deshalb, weil er und seine Freundin rätselten, ob dieser Teil der Strecke nun eher bergauf oder bergab gehe. Klar, solch eine Blamage durfte nicht noch einmal vorkommen und das Aufgebot an E-Bikes war in der Tat groß. Zurück auf der für Autos gesperrten Bundesstraße zeigte sich direkt, dass der Betrieb binnen kürzester Zeit immer größer geworden war. Das Gasthaus Würth in Rutsweiler an der Lauter war nun voll besetzt. „Die Zwoa“ sorgten dort für Biergarten- und Partystimmung. Bei diesem Wetter wurde sowieso jeder Schattenfleck und jede Sitzmöglichkeit für eine kurze Pause genutzt. Wie immer war auch in Kreimbach-Kaulbach für das leibliche Wohl aller Besucher gesorgt und dies wurde auch wieder gerne angenommen. Ein weiteres Mal kann das alljährliche Spektakel zwischen Kaiserslautern und Lauterecken als voller Erfolg verbucht werden. |uck